Welcome back – MAD MAX: FURY ROAD

Was? Zehn Oscar-Nominierungen für „Mad Max: Fury Road“? Ich dachte schon, ich hätte mich verlesen – vor ein paar Wochen. Zehn Nominierungen für „Mad Max“? Das hat mich neugierig gemacht. So neugierig, dass ich mir den Film ganz gegen meine Überzeugung noch schnell vor der Verleihung der Academy Awards angeschaut habe.

Warum gegen meine Überzeugung? Über 30 Jahre ist es her, dass sich Mel Gibson als verrückter Max in der Donnerkuppel herumkugeln ließ – mit Tina Turner als noch viel verrücktere Irokesenbraut. Der Film war so grotesk wie unnötig. Ehrlich gesagt, danach war ich erst einmal kuriert von „Mad Max“.

Max und die Krawallos

Dabei war Regisseur George Miller 1979 so vielversprechend gestartet mit seine Low-Budget-Produktion, katapultierte die Zuschauer in eine nicht allzu ferne, postapokalyptische Zukunft, in der sich die letzten Menschen, wenn immer sie dann aufeinandertreffen, massakrieren. Wasser und Benzin sind Mangelware und deshalb schwer umkämpft. Wer hier zimperlich ist, stirbt. Nur die Starken überleben. Wie der Ex-Cop Mad Max – ihn dürstet es nicht nur nach Wasser und Benzin, sondern auch nach Blut. Ein paar Krawallos haben seine Familie getötet. Max Rachefeldzug ist brachial brutal. Der Held wortkarg, seine Humorlosigkeit deprimierend, die Handlung eindimensional, aber gerade deshalb so eindrucksvoll. Das sind die Stärken des Films.

Teil 2 „Mad Max – Der Vollstrecker“(1981) und Teil 3 „Jenseits der Donnerkuppel“ (1985) verwässerten diesen Eindruck. Mel Gibson war zum Frauenschwarm und zum Hollywood-Star aufgestiegen. George Miller hatte den Familienfilm für sich entdeckt („Ein Schweinchen namens Babe“ – ja, wirklich). Die Figur Mad Max war ausgelutscht, verschwand in den Annalen der Filmgeschichte.

Was also hat George Miller 30 Jahre später richtig gemacht? So richtig gemacht, dass es zehn! Nominierungen hagelte, dass ich mich herabließ, dem alten Max noch einmal eine Chance zu geben? Miller hat mir (und den vielen anderen Millionen Zuschauern) eine zweistündige quietschbunte Verfolgungsjagd geliefert, ein beinahe dialogfreies Drehbuch, eine Handlung, die in ihrer Eindimensionalität erneut beispiellos ist. Dazu jede Menge Autowracks und einen schlagkräftigen Helden, der nicht Max, sondern Furiosa (Charlize Theron) heißt. Einen neuen Mad Max gibt es auch, doch der ist in „Fury Road“ eher Randfigur, was nicht schlimm ist. Tom Hardy gerät als verstaubter Einzelgänger zwischen die Fronten, entscheidet sich aber für die richtige und kämpft schließlich an Furiosas Seite.

Furiosa und die Brüter

Zur Handlung: Furiosa flüchtet mit einem Tanklastzug aus der Zitadelle, der Festung des fiesen Herrschers Immortan Joe. Mit an Bord ist eine Gruppe von Brütern. Das sind Frauen, die von Joe als Gebärmaschinen gehalten werden, um gesunde Nachkommen ins Ödland zu bringen. Joe ist außer sich, als er von Furiosas Verrat erfährt. Mit seiner Armee jagt er die Frauen. Die sind alles andere als wehrlos, aber trotzdem dankbar, dass Max und ein kalkgesichtiger Warboy (Nicholas Hoult) aus Joes Gefolge sich ihnen anschließen. Und jetzt kommt es: Gemeinsam gelingt es ihnen, Joe zu schlagen und das Volk von seiner Tyrannei zu befreien.

Klingt simpel, ist es auch. Und nicht nur das. Der Filmtitel hält, was er verspricht: eine atemlose, rasante Fahrt auf der Fury Road. Die Fahrzeuge sind permanent in Bewegung, so dass man als Zuschauer kaum zum Luftholen kommt. So viel Tempo, so viel Action, so viele Stunts. Wahnsinn! Der Film ist mitreißend, macht Spaß und macht Lust auf mehr – auf eine Fortsetzung oder zwei. Und der neue Max? Viel Text lernen musste Tom Hardy als grunzender, schweigsamer Kämpfer nicht. Dafür ist er körperlich um so mehr gefordert, um mit Charlize Theron mitzuhalten. Er schlägt sich souverän (im wahrsten Sinne des Wortes), ist dazu nett anzusehen und lässt – ich traue es mich gar nicht zu sagen, tue es aber trotzdem – Mel Gibson schnell vergessen. Ein totgeglaubter Held ist wiedergeboren.

Zehn Oscar-Nominierungen? Da hat sich wohl auch das ein oder andere Academy-Mitglied mitreißen lassen. Egal wie viele Preise „Mad Max: Fury Road“ am Sonntag einheimst, er ist einer der furiosesten Filme der letzten Jahre. Weiter so!

„Mad Max: Fury Road“ (USA, Australien, 2015)
Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Josh Helman, Zoe Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough
Regie: George Miller

Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nico Lathouris
Kamera: John Seale
Schnitt: Margaret Sixel, Jason Ballantine
Musik: Junkie XL
Produktion: Doug Mitchell, George Miller, P.J. Voeten

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MANCHE MÖGEN’S HEISS – und niemand ist perfekt

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Diese Szene ist in die Filmgeschichte eingegangen. Milliardär Osgood sitzt in einem Boot mit Daphne, hat ihr gerade einen Antrag gemacht (Link hier). Seine Angebetete ziert sich, will ihm die Hochzeit ausreden: Sie sei keine echte Blondine, rauche ständig, habe eine zweifelhafte Vergangenheit, könne keine Kinder bekommen. Osgood zeigt sich unbeeindruckt. Da zieht sich Daphne die blonde Perücke vom Kopf und sagt mit tiefer Stimme: „Ich bin ein Mann.“ Osgood lächelt und sagt: „Well, nobody’s perfect.“ (Niemand ist vollkommen.)

Billy Wilder’s Film „Manche mögen’s heiß“ (1959) zählt zu den besten Komödien aller Zeiten, hat fast 60 Jahre später nichts von seinem Charme verloren. Der Regisseur ging bei seinem Film gleich mehrere Wagnisse ein: Er drehte in Schwarz-Weiß, besetzte die damals sehr labile Marilyn Monroe und steckte zwei Männer in Frauenkleider, was zu der Zeit als äußerst verpönt galt. Der Erfolg gab ihm recht. Das Publikum liebte den Film und tut es noch heute.

Schreckliche, haarige Biester

Zur Handlung: Die Musiker Joe (Tony Curtis) und Jerry (Jack Lemmon) sind auf der Flucht vor der Mafia, weil sie zufällig einen Mord beobachtet haben. In ihrer Not tauchen sie verkleidet als Josephine und (ähm!) Daphne beim einem Frauenorchester unter. Die Musikerinnen ahnen nicht, was für „schreckliche, haarige Biester“ sich bei ihnen eingeschlichen haben, nehmen Daphne und Josephine liebevoll auf. Den Männern wiederum fällt es schwer, sich nicht zu verraten, schließlich hüpft eine Horde junger Damen arglos in Unterwäsche um sie herum. Und dann ist da noch die verführerische Ukulele-Spielerin Sugar (Marilyn Monroe), die sich mit den beiden „Mädchen“ anfreundet.

Wie der Zufall will, findet das Gastspiel der Frauenkompo ausgerechnet dort statt, wo sich auch die „Freunde der italienischen Oper“ treffen, darunter Mafiosi mit so einprägsamen Namen wie Gamaschen-Colombo und Zahnstocher-Charlie. Aber die Flüchtigen stehen noch vor ganz anderen Problemen. Joe versucht Sugars Herz zu erobern. Diese aber hat Musikern abgeschworen und hält nach reichen Männern Ausschau. „Rasseweib“ Daphne ist da schon einen Schritt weiter. Sie/er ist dem notgeilen Milliardär Osgood ins Auge gefallen und muss sich gegen dessen Avancen wehren.

Sugar mit bitterem Beigeschmack

Diese Verwicklungen sind urkomisch – egal ob man den Film zum ersten oder zum zehnten Mal sieht. Vor allem Jack Lemmon als Daphne glänzt mit Witz und Spielfreude. Tony Curtis dagegen tat sich mit der Frauenrolle schwer. Weil er die hohe Stimmlage nicht hinbekam, musste er synchronisiert werden. Dennoch: Seine Cary-Crant-Parodie als angeblicher Shell-Erbe ist köstlich. (Der Kopierte selbst war nicht so begeistert.) Marilyn Monroe ist als Sugar zwar zuckersüß und legt mit dem Klassiker „I wanna be loved by you“ einen tollen Auftritt hin, trieb aber während der Dreharbeiten ihre Kollegen zur Weißglut. So heißt es, sie sein notorisch unpünktlich gewesen, konnte sich nicht einmal die einfachsten Sätze merken und kostete das Studio durch die von ihr verschuldeten 20 Tage Drehverzögerung einen Haufen Geld.

Übrigens: Zu dem vielzitierten „Nobody’s perfect“ wäre es beinahe nicht gekommen. Billy Wilder gefiel der Satz nicht, er fand ihn zu belanglos. Weil ihm und seinem Ko-Autoren nichts Besseres einfiel, blieb der Satz im Drehbuch. Zum Glück.

Und warum wurde in Schwarz-Weiß gedreht? Weil Curtis und Lemmon geschminkt und in Farbe sonst zu grotesk gewirkt hätten.

Was ist mit euch? Könnte ihr über „Manche mögen’s heiß“ lachen? Welcher andere Filmklassiker bringt euch zum Schmunzeln? Schreibt mir! 🙂

„Manche mögen’s heiß“ (USA, 1959)
Darsteller: Jack Lemmon, Tony Curtis, Marilyn Monroe, George Raft, Joe E. Brown, Joan Shawlee, Dave Barry,
Regisseur: Billy Wilder,
Drehbuch: Billy Wilder, IAL Diamond
Kamera: Charles Lang
Schnitt: Arthur P. Schmidt
Musik: Adolph Deutsch, Matty Malneck
Produktion: Billy Wilder, IAL Diamond, Doane Harrison

Lest dazu auch PULP FICTION – Die besten Filme aller Zeiten (Teil1).

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THE HATEFUL 8 – Was ist los, Mr. Tarantino?

Ein verschneiter Gebirgspass, eisig, unberührt. Nur ein einsames Wegekreuz weist auf die Existenz des Menschen hin. Am Horizont dieser Einöde taucht eine Kutsche auf. Etwas Bedrohliches zerstört die Idylle. Der Kutscher treibt die Pferde an. Ist es der nahende Schneesturm, der den Kutscher zur Eile mahnt? Oder führen seine Passagiere irgendetwas im Schilde?

Der Anfang von Quentin Tarantinos achtem Streich ist grandios, lässt auf etwas ganz Großes hoffen. Dabei hätte es „The Hateful 8″  fast nicht gegeben. Anfang 2014 war Tarantinos Drehbuch, streng von ihm gehütet, illegal im Internet aufgetaucht. Angeblich hatte er es nur sechs Leuten ausgehändigt. Tarantino war über den offensichtlichen Vertrauensbruch so verärgert, dass er drohte, sein Filmprojekt abzublasen. Glücklicherweise überlegte er es sich anders, verpflichtete treue Wegbegleiter wie Samuel L. Jackson, Michael Madsen, Tim Roth, Kurt Russell und Zoe Bell, dazu Bruce Dern, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins und Channing Tatum, um sie in Minnies Miederwarenladen aufeinanderzuhetzen.

Der Film spielt einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Die Konstellation von „The Hateful 8“ ist Folgende: ein Kopfgeldjäger mit einer Verbrecherin, ein weiterer Kopfgeldjäger, ein angeblicher Sheriff, ein Cowboy, ein britischer Henker, ein alter Südstaatenoffizier, ein Mexikaner und ein Kutscher. Sind bei mir neun. Aber der Kutscher zählt wohl nicht, obwohl er nach seinem baldigen Dahinscheiden allen Grund hätte, von Hass erfüllt zu sein. Denn plötzlich kommt Gift ins Spiel. Keiner der Überlebenden hat gesehen, wer das Gift in den Kaffee getan hat. Jeder misstraut jedem. Das erinnert an Miss Marple und „Reservoir Dogs“, Tarantinos Erstlingswerk. Letzteres – so verriet der Meister – diente tatsächlich als Inspiration, wie auch „The Thing“ (Das Ding aus einer anderen Welt) – ebenfalls mit Kurt Russell.

Suchspiel: Wer ist der Mörder?

Major Marquis Warren (Jackson) macht auf Margaret Rutherford und will das Rätsel lösen. Ganz richtig schlussfolgert er, dass die Verbrecherbande von Daisy Domergue (Leigh) hinter dem Schlamassel steckt und die zum Tode Verurteilte befreien will. Doch was haben der Cowboy (Madsen) und der Henker (Roth) damit zu tun? Und ist der Sheriff (Goggins) wirklich der, der er vorgibt zu sein?

Quentin Tarantino wäre nicht Quentin Tarantino, hätte er in sein Kammerspiel nicht eine dramaturgische Falltür – genauer gesagt eine Kellerluke samt Zeitsprung – eingebaut. Die Handlung nimmt eine überraschende Wendung, und am Ende sind alle tot. Zu viel verraten?

Eigentlich gibt es an „The Hateful 8“ nichts auszusetzen. Was die Bilder angeht, ist dies wohl Tarantinos bisher schönster Film (bei den Kinogängern, die in den Genuss der Roadshow gekommen sind, war der Eindruck sicher noch stärker). Ennio Morricone, der Musikdirektor aller Spaghetti-Western, komponierte den Soundtrack. Jennifer Jason Leigh gibt eine dermaßen widerwärtige Bösewichtin, dass man ihr nur den Tod wünschen kann. Tim Roth (schön, dass man ihn mal wieder im Kino sieht) liefert in der ersten Hälfte des Film eine beinahe unerträglich-herrliche Christoph-Waltz-Parodie ab. Und natürlich wird es blutig. Eigentlich ein toller Film. Eigentlich. Wieso nur bin ich dennoch unbefriedigt aus dem Kino gekommen?

Wahnwitze Einfälle? Fehlanzeige

Als Tarantino-Fan der ersten Stunde hatte ich etwas anderes erwartet. Etwas Unerwartetes. Ob es „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“, „From Dusk Till Dawn“ (ja, den zähle ich jetzt mal dazu) oder auch die neueren Filme „Inglourious Basterds“ oder „Django Unchained“ waren, am Ende hat man sich als Zuschauer doch immer irgendwie beschwingt gefühlt –  beschwingt von den wahnwitzigen Einfällen (z.B. Mr. Blondes Ohrabschneide-Tanz hier ) und vom furiosen Gemetzel als finaler Höhepunkt.

Und bei „The Hateful 8“? Nichts. Am Ende sind alle tot. So what? Keine Identifikationsfigur, kein Held, kein Mitleid. Keine kultigen Filmzitate, kein Viertelpfünder mit Käse. Überhaupt kein Kult und kein Witz. Stattdessen macht Quentin Tarantino etwas, das er noch nie getan hat. Er wiederholt sich, greift nach „Django Unchained“ erneut das Westernmotiv und den Rassen-Konflikt auf. Ein wichtiges Thema. Aber es bietet keine Überraschungen. Quentin Tarantino wollte einen schönen Film abliefern, schöne Bilder, schöne Musik, die Handlung reduziert auf die acht Protagonisten (oder neun, oder zehn). Das ist ihm gelungen. Was dem Film fehlt, ist das Unberechenbare, die Geistesblitze eines Film-Verrückten, des enfant terrible der Filmemacher. Quentin Tarantino ist erwachsen geworden.

Vor einigen Wochen hat Quentin Tarantino angekündigt, nur noch zwei Filme drehen zu wollen. Mehr stecke nicht mehr in ihm drin. Als Fan der ersten Stunde werde ich diesen Weg mit ihm gehen – egal wohin er führt.

Was haltet ihr von „The Hateful 8“? Hat euch der Film gefallen? Und welcher ist euer liebster Tarantino-Film? Traut euch, und schreibt mir!

„The Hateful 8“ (USA, 2015)
168 Minuten
Darsteller: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Michael Madsen, Tim Ross, Bruce Dern, Walton Goggins, Zoe Bell, Channing Tatum
Regie/Drehbuch: Quentin Tarantino
Musik: Ennio Morricone
Kamera: Robert Richardson
Schnitt: Fred Raskin
Produktion: Richard N. Gladstein, Shannon McIntosh, Stacey Sher

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Wer hat hier wahren Schneid? – TRUE GRIT

Er ist stets verkatert, nimmt es mit dem Gesetz nicht so ganz genau, ist aber dennoch der beste Spürhund im Wilden Westen – wenn es darum geht, sich fiesen Ganoven an die Fersen zu heften. 1969 schlüpfte John Wayne in die Rolle des Rooster Cogburn. Für seinen Auftritt in „True Grit“ (deutscher Titel „Der Marshal“) heimste der alte Haudegen Kritikerlob und sogar einen Oscar ein. So viel dazu.

Gut 40 Jahre später nahmen sich Joel und Ethan Coen den Stoff vor. Sie selbst hatten mit ihrem Neo-Western „No Country for Old Men“ (2007) das Genre neu belebt und wollten mit „True Grit“ einen drauf setzen.  Aber wer sollte Rooster Cogburn spielen? Die Wahl fiel auf Jeff Bridges, einen alten Bekannten der Coen-Brüder („The Big Lebowski“). Wenn man der Legende glaubt, lautete seine erste Regieanweisung: „Vergiss John Wayne.“ Die Coens wollten etwas Eigenes, etwas Neues schaffen – kein Remake, sondern eine eigenständige Interpretation der Romanvorlage von Charles Portis. Der „Dude“ vergaß den „Duke“. Und ich werde es ihm bei meiner Rezension gleich tun.

Zur Handlung: Rooster Cogburn staunt nicht schlecht, als die 14-jährige Mattie (Hailee Steinfeld) vor ihm steht. Die vorlaute Göre will ihn – den Marshal – dafür bezahlen, dass er einen gewissen Tom Chaney (Josh Brolin) aufspürt. Chaney habe ihren Vater ermordet und sie wolle sich rächen. Warum sie ausgerechnet auf ihn komme, will der alte Suffkopp wissen. Weil er „wahren Schneid“ (true grit) besitze, habe sie gehört. Nach einigem Zögern sagt Cogburn zu. Zu dem ungleichen Duo gesellt sich der Texas Ranger La Boeuf (Matt Damon) – hauptsächlich, weil er hinter dem Lösegeld für Chaney her ist.

Bei dem Ritt durch die Wildnis zeigt sich sehr schnell, dass es eigentlich Mattie ist, die sich durch wahren Schneid auszeichnet. Zwar wirkt die 14-Jährige mit ihren Zöpfen sehr mädchenhaft, macht dies aber mit Unerschrockenheit und keckem Mundwerk mehr als wett. Wer sie unterschätzt, ist selber schuld. Das bekommt später auch Tom Chaney zu spüren.

15.000 Mädchen sollen sich für die Rolle der Mattie beworben haben. Man entschied sich schließlich für Hailee Steinfeld. Ein Glücksgriff, den die 13-jährige spielt sowohl Bridges als auch Damon an die Wand. Vor allem Matt Damon schwächelt als selbstverliebter Texas Ranger. Über sein Vermögen, den texanischen Dialekt nachzuahmen, kann ich mir kein Urteil erlauben. In der synchronisierten Variante versagt LeBoeuf, erinnert er doch eher Forrest Gump als an einen Texaner. Jeff Bridges agiert zwar überzeugend und souverän als trinkender Rooster Cogburn. Jedoch kopiert er im Grunde nur seinen Auftritt als Bad Blake, den er ein Jahr zuvor in „Crazy Heart“ verkörperte – und das sowohl optisch als auch schauspielerisch. Wer „Crazy Heart“ nicht kennt, wird sich daran nicht stören.

Der Film selbst ist zwar staubtrocken und für die Coen-Brüder ungewohnt unlustig inszeniert. Dennoch macht es Spaß, den Film anzuschauen. Schießereien, Saloons, Verfolgungsjagden und richtig kernige Helden – „True Grit“ ist für mich einer der Gründe, warum ich mich heute wieder für Western begeistere.  Und damit stehe ich nicht allein. Der Film kam nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch bei den Kritikern an. Bei der Oscar-Verleihung 2011 räumte „True Grit“ ab – zumindest was die Nominierungen betraf. Obwohl zehnmal nominiert, scheiterte der Film aber letztlich in allen Kategorien.

Woran es gelegen hat? Wer weiß. Vielleicht war das Filmende schuld, das ich als enttäuschend empfand. Als Erwachsene begibt sich Mattie Jahre später auf die Suche nach Rooster Cogburn. Nichts erinnert mehr an die vorlaute Göre. Mattie (dargestellt von Elisabeth Marvel) hat nicht nur ihren Unterarm und ihren Jugendlichkeit eingebüst, sondern auch ihren Schneid. Die letzten Minuten wirken deshalb frustierend, nehmen dem ganzen Film seinen Schwung. Vielleicht haben es die Coen-Brüder genauso gewollt. Ich als Zuschauer aber fühlte mich verschaukelt.

„True Grit“ (USA 2010)
Darsteller: Jeff Bridges, Matt Damon, Hailee Steinfeld, Josh Brolin, Barry Pepper, Domhnall Gleeson, Elisabeth Marvel
Regie: Ethan und Joel Coen
Drehbuch: Ethan und Joel Coen
Produktion: Ethan und Joel Coen, Scott Rudin, Megan Ellison
Kamera: Roger Deakins
Musik: Carter Burwell
Schnitt: Ethan und Joel Coen als Roderick Jaynes

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Kein Platz für Helden – THE REVENANT

In „The Revenant“ gibt es keinen Helden. In Alejandro G. Inarritus neuestem Streich geht es ums Überleben, um die Natur  – und um die Natur des Menschen.

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Mit Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) ist nicht zu spaßen. Das bekommt auch ein Grizzly zu spüren.  Foto: 20th Century Fox

Pelzig im Abgang

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts schlägt sich eine Truppe Männer durch die Wälder der Great Plains. Unter ihnen sind Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) und sein Sohn Hawk, ein Halbindianer. Sie erschießen Tiere, haben es auf deren Felle abgesehen. Der Handel mit Pelzen ist in jener Zeit äußerst lukrativ. Doch Expeditionen wie diese bergen nicht nur Abenteuer, sondern auch Gefahren. Die Männer wildern auf dem Territorium der Arikaree-Indianer. Die sehen die Eindringlinge gar nicht gern und verteidigen Tiere und Land mit Pfeil und Bogen. Bei einem dieser Angriffe werden die Trapper um Hugh Glass bis auf ein Drittel dezimiert. Nur wenige können sich auf ein Boot retten. Den Großteil der Pelze müssen sie zurücklassen. Und es kommt noch heftiger: Glass wird von einer Grizzlybärin so übel zugerichtet, dass er für seine Compagnons nur noch eine Bürde ist. Sie lassen den Halbtoten zurück.

Der Ex-Soldat John Fitzgerald (Tom Hardy), der junge Jim Bridger (Will Poulter) und Hawk bleiben bei Glass. Nicht etwa, um ihn zusammenzuflicken oder um ihm gar Trost zu spenden. Weit gefehlt. Die Männer verlieren keine Zeit und heben schon mal vorsorglich ein Grab aus. Weil Glass aber nicht so schnell stirbt, wie Fitzgerald es gern hätte, hilft er nach. Hawk will seinen Vater retten, wird aber von Fitzgerald erstochen. Der flüchtet danach mit dem ahnungslosen Bridger. Glass bleibt nichts weiter als ein Bärenfell, eine Trinkflasche und sein Durst nach Rache.

Nun ist der Wunsch nach Lynchjustiz zwar nachvollziehbar, aber wenig nett. Für Glass ist er jedoch Antrieb und Rettung zugleich. Leben regt sich in dem Bärenopfer. Glass robbt durch den Schnee, fällt einen Wasserfall hinunter, fängt Fische mit der bloßen Hand (Gollum-Alarm), freundet sich mit einem Indianer an und kommt dessen sterbendem Pferd in Ermangelung einer wärmenden Decke erstaunlich nah. Als er schließlich im Fort der Trapper ankommt, ist er wieder fit wie ein Turnschuh und bereit, Fitzgerald zu jagen.

Leo ohne Läuterung

Für die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ist „The Revenant“ der Film des Jahres. Mit zwölf Nominierungen ist das Survival-Abenteuer der Oscarfavorit Nummer 1. Es ist höchst erstaunlich, wie der Mexikaner Alejandro G. Inarritu nur ein Jahr nach „Birdman“ den nächsten Hochkaräter raushaut. Diesmal zog es den Filmemacher aber nicht in die gut geheizten Kulissen einer Theaterproduktion, sondern in die ungemütlichen Weiten des amerikanischen Nordwestens. Eine Strapaze für die gesamte Crew – und vor allem für den Hauptdarsteller, will man Leonardo DiCaprio Glauben schenken. Unzählige Male sei er während der Dreharbeiten an seine körperlichen und seelischen Grenzen gestoßen, jammerte er publicitywirksam in Interviews. Dazu muss man festhalten: DiCaprio wurde nicht von einem echten Bären gerissen. (An dieser Stelle Hut ab vor den Computertüftlern. Der Bär ist grandios.) Auch stürzte er nicht leibhaftig in einen Wasserfall. Insgesamt fünf Stuntmen sind im Abspann allein für Herrn DiCaprio gelistet. Warum auch nicht. Der Mann ist Schauspieler und nicht lebensmüde.

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Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) dürstet es nach Rache.  Foto: 20th Century Fox

Wenn die Academy-Mitglieder DiCaprio den Oscar nach vier Anläufen endlich geben wollen – bitte schön. Nur wenig erinnert an den „Titanic“-Helden vergangener Tage. DiCaprios Vorstellung mit Zottelbart und strähniger Matte ist auf unangenehme Weise mitreißend. Und dafür braucht es nur wenige Worte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht grunzt und hechelt er sich durch die Prärie. Seine Frostbeulen kann man förmlich spüren. (War euch auch so kalt im Kino?) DiCaprio gefällt sich inzwischen in der Rolle des Antihelden. Ob „Aviator“, „Blood Diamant“, „Departed“ oder „Wolf of Wallstreet“. DiCaprio sucht den Zwiespalt, die Schwächen, die Abgründe eines Menschen. Sein Glass ist kein Superman. Er ist ein Wilderer, ein Mörder – aus welchen Beweggründen auch immer. So entwickelt man als Zuschauer wenig Sympathie für den Geschundenen. Man sieht ihn leiden, kann nicht wegschauen, auch wenn es unerträglich ist. Glass bedient neben seinem unerschütterlichen Überlebenswillen auch Charakterschwächen wie Habgier und Rachsucht. Dass man ihm dennoch die Daumen drückt, ist DiCaprios Verdienst.

Was seiner Figur allerdings fehlt, ist die Läuterung am Ende. So tötet Glass seinen Widersacher zwar nicht selbst, überlässt ihn aber auch nicht Gottes Gnade, sondern den Arikaree-Indianern, die messerwetzend lauern. Auch mit der Natur söhnt er sich nicht aus. Nur als Teil von ihr, ob im Pferdekadaver oder im Fluss, gelingt es dem Wilderer zu überleben. Ein Umdenken findet nicht statt. So beschreitet der (Anti)Held seine Reise zwar äußerlich, aber nicht in seinem Inneren. Ein unbefriedigendes Ende.

Apropos Antiheld: Tom Hardy ist als Bösewicht Fitzgerald eine Wucht. Hinter Hardys Augen blitzt der Wahnsinn. Sein eiskalter Fitzgerald lässt einen viel mehr frösteln als der ewige Winter in den Bergen.

Die eigentlichen Stars des Films sind aber nicht DiCaprio und Hardy, sondern die Natur und Kameramann Emmanuel Lubezki. In seinen Totalen fängt der Mexikaner monochrome Landschaften ein, in denen die Menschen klein und unbedeutend wirken. Dann wieder ist die Kamera ganz dicht dran an DiCaprio, beschlägt von seinem Atem, kriecht mit ihm durchs Unterholz, windet sich unter dem Grizzly. Wiederkehrend sind die extremen Untersichten – wenn der Verletzte nachts im Wald liegt und sich die vom Frost erstarrten Baumkronen knarzend im Wind wiegen. Sollte Kameramann Lubezki hierfür keinen Oscar gewinnen, fresse ich einen Bären 🙂

The Revenant – Der Rückkehrer (USA 2015)
156 Minuten

Darsteller: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Forrest Goodluck, Paul Anderson, Kristoffer Joner
Regie: Alejandro G. Inarritu
Drehbuch: Mark L. Smith, Alejandro G. Inarritu
Kamera: Emmanuel Lubezki
Schnitt: Stephen Mirrione
Musik: Bryce Dessner, Alva Noto, Ryuichi Sakamoto
Produktion: Steve Golin, Alejandro G. Inarritu, David Kanter, Arnon Milchan, Mary Parent, Keith Redmon, James W. Skotchdopole

 

Wart ihr schon im Kino? Drückt ihr „The Revenant“ die Daumen? Oder was ist eure Meinung? Schreibt mir.

Lest dazu auch „Warten auf Oscar – die Nominierungen“.

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Zu scharf geschossen? – AMERICAN SNIPER

Der Schütze hockt auf dem Dach eines Gebäudes. Konzentriert schaut er durch das Visier seines Gewehrs. Eine verschleierte Frau und ein Junge verlassen das Haus gegenüber. Die Frau holt einen Gegenstand unter ihrem Gewand hervor, gibt ihn dem Jungen: Es ist eine Sprengkapsel. Der Scharfschütze auf dem Dach verfolgt die Szene. Er ist der einzige, der die Bombe gesehen hat, nur er hat den Überblick. Er allein kann die Gefahr abschätzen. Schießen oder nicht? Er muss sich entscheiden. Der Junge läuft los, der Schütze schießt, trifft zuerst das Kind, dann die Frau.

Zwei Schüsse, die Chris Kyle zur Legende, zum Helden des Irak-Kriegs, zum American Sniper machen. Eine wahre Geschichte, aufgeschrieben von Chris Kyle höchstpersönlich und schließlich von Hollywood verfilmt.

„American Sniper“(2014) porträtiert den Texaner Chris Kyle, zeigt wie der junge Rodeoreiter dem Militär beitritt und bei den Navy Seals zum Scharfschützen ausgebildet wird. Kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und seiner Hochzeit, muss er in den Irak ausrücken. Drei weitere Einsätze und insgesamt 160 tödliche Schüsse folgen. Zwischen seinen Einsätzen versucht Kyle mit Frau und Kindern ein normales Familienleben zu führen. Doch die Erinnerungen an den Krieg verfolgen ihn. Er hat Kameraden verloren, hat dem Tod mehr als einmal ins Auge gesehen, und auch das Töten selbst scheint nicht spurlos an ihm vorbeizugehen. Die ständige Anspannung lässt ihn nicht los. Er leidet wie viele andere Soldaten an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nicht nur er, sondern auch seine Familie droht daran zu zerbrechen. Doch Chris Kyle schafft den Absprung. Später findet er in der Betreuung zurückgekehrter Soldaten eine neue Aufgabe. Das Ende ist tragisch, Kyle wird erschossen – ausgerechnet von einem traumatisierten Kriegsveteranen.

Oscar-Favorit geht baden

„American Sniper“ von Clint Eastwood ging 2015 als großer Favorit ins Oscar-Rennen. Sechs Nominierungen – darunter bester Film, bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper) und bestes adaptiertes Drehbuch. Aber letztlich gab es nur einen Trostpreis – den Oscar für den besten Tonschnitt. Enttäuschend für Bradley Cooper und Clint Eastwood, die beide auch als Produzenten fungierten.

Dabei ist vor allem Coopers Leistung tadellos. Für seine Verwandlung in Chris Kyle hatte der „Hangover“-Mime ordentlich an Muskelmasse zugelegt, nahm angeblich 6000 Kalorien pro Tag zu sich und stemmte täglich  drei Stunden Gewichte. Darüber hinaus sah er sich unzählige Videos von Chris Kyle an, verbrachte Zeit mit seiner Familie, besuchte sein Haus und saß sogar auf seinem Stuhl. Die intensive Vorbereitung half ihm dabei, sich in die Rolle hineinzufinden. Mit Erfolg. Es sind vor allem die leisen Momente des Films, in denen Bradley Cooper zu überzeugen weiß. Die Nahaufnahmen – wenn er mit seinem Gewehr im Anschlag auf dem Dach sitzt. Wenn man nur sein Auge und einen Teil seines Gesichts sieht. Wenn die Konzentration dem Zweifel und schließlich der Verzweiflung weicht.

Kontroverse

Eine packende Story, spannend inszeniert, gut gespielt und das Ende so dramatisch, wie es nicht einmal Hollywood schreiben kann. Eine oscarwürdiger Film. Doch es kam anders. „American Sniper“ löste eine Kontroverse aus. Der Film gehe nicht differenziert genug mit der jüngeren amerikanischen Geschichte um, würde den Krieg verherrlichen, warfen die Kritiker Clint Eastwood vor. Die Grenze zwischen Kriegsfilm und Antikriegsfilm sei schwammig, Eastwood sich hätte  besser positionieren müssen. Der Regisseur konterte: Selbstverständlich sei sein Film ein Antikriegsfilm, zeige er doch, wie Krieg und Gewalt einem Menschen zusetzen können.

Trotz Kritik und Oscar-Schlappe konnten Clint Eastwood und Bradley Cooper am Ende wenigstens einen Rekord einfahren. „American Sniper“ gilt als erfolgreichster Kriegsfilm aller Zeiten.

„American Sniper (USA, 2014)
132 Minuten

Darsteller: Bradley Cooper, Sienna Miller, Max Charles, Luke Grimes, Kyle Gallner, Jake McDorman, Sam Jaeger
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: Jason Dean Hall,
Kamera: Tom Stern
Schnitt: Joel Cox, Gary D. Roach
Produzenten: Bradley Cooper, Clint Eastwood. Andrew Lazar, Robert Lorenz, Peter Morgan

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Warten auf Oscar – Die Nominierungen

80th Academy Awards Parade of the Oscars

Oscar-Rennen eröffnet. Foto: Richard Harbaugh / ©A.M.P.A.S.

Das Rennen um den wohl begehrtesten Preis der Filmbranche ist eröffnet. In Beverly Hills sind am Donnerstag um 5.30 Uhr Ortszeit (um 14.30 Uhr deutscher Zeit) die Nominierungen für die Oscars 2016 bekannt gegeben worden. In diesem Jahr teilen sich zwei Filme die Favoriten-Rolle. Wie erwartet führt „The Revenant“ das Feld an. Das Survival-Drama erhielt zwölf Nominierungen. „Mad Max: Fury Road“ konnte insgesamt zehn Nominierungen einheimsen. Für Leonardo DiCaprio  stehen die Chancen gut, dass er den ersten Oscar seiner Karriere gewinnt. Er ist für die beste Hauptrolle in „The Revenant“ nominiert. Hoffnungen machen darf sich auch Michael Fassbender, der in „Steve Jobs“ den streitbaren Apple-Visionär verkörpert. Oder punktet schlussendlich Eddie Redmayne („The Danish Girl“) zum zweiten Mal hintereinander? Bei den Frauen wird es sogar noch spannender. Eigentlich galt bis vor Kurzem Cate Blanchett („Carol“) als Favoritin. Nachdem ihr Bree Larson („Room“) vor wenigen Tagen den Golden Globe vor der Nase weggeschnappt hat, ist das Rennen wieder offen.

Die Oscars werden am Sonntag, 28. Februar, im Dolby Theater in Hollywood verliehen. Die Veranstaltung wird in mehr als 200 Länder übertragen.

Hier für euch alle Nominierungen im Überblick.

Performance by an actor in a leading role / männliche Hauptrolle

  • Bryan Cranston in “Trumbo”
  • Matt Damon in “The Martian”
  • Leonardo DiCaprio in “The Revenant”
  • Michael Fassbender in “Steve Jobs”
  • Eddie Redmayne in “The Danish Girl”

Performance by an actor in a supporting role / männliche Nebenrolle

  • Christian Bale in “The Big Short”
  • Tom Hardy in “The Revenant”
  • Mark Ruffalo in “Spotlight”
  • Mark Rylance in “Bridge of Spies”
  • Sylvester Stallone in “Creed”

Performance by an actress in a leading role / weibliche Hautrolle

  • Cate Blanchett in “Carol”
  • Brie Larson in “Room”
  • Jennifer Lawrence in “Joy”
  • Charlotte Rampling in “45 Years”
  • Saoirse Ronan in “Brooklyn”

Performance by an actress in a supporting role / weibliche Nebenrolle

  • Jennifer Jason Leigh in “The Hateful Eight”
  • Rooney Mara in “Carol”
  • Rachel McAdams in “Spotlight”
  • Alicia Vikander in “The Danish Girl”
  • Kate Winslet in “Steve Jobs”

Best animated feature film of the year / Trickfilm

  • “Anomalisa” Charlie Kaufman, Duke Johnson and Rosa Tran
  • “Boy and the World” Alê Abreu
  • “Inside Out” Pete Docter and Jonas Rivera
  • “Shaun the Sheep Movie” Mark Burton and Richard Starzak
  • “When Marnie Was There” Hiromasa Yonebayashi and Yoshiaki Nishimura

Achievement in cinematography / Kamera

  • “Carol” Ed Lachman
  • “The Hateful Eight” Robert Richardson
  • “Mad Max: Fury Road” John Seale
  • “The Revenant” Emmanuel Lubezki
  • “Sicario” Roger Deakins

Achievement in costume design

  • “Carol” Sandy Powell
  • “Cinderella” Sandy Powell
  • “The Danish Girl” Paco Delgado
  • “Mad Max: Fury Road” Jenny Beavan
  • “The Revenant” Jacqueline West

Achievement in directing / Regie

  • “The Big Short” Adam McKay
  • “Mad Max: Fury Road” George Miller
  • “The Revenant” Alejandro G. Iñárritu
  • “Room” Lenny Abrahamson
  • “Spotlight” Tom McCarthy

Best documentary Feature / Dokumentarfilm

  • “Amy” Asif Kapadia and James Gay-Rees
  • “Cartel Land” Matthew Heineman and Tom Yellin
  • “The Look of Silence” Joshua Oppenheimer and Signe Byrge Sørensen
  • “What Happened, Miss Simone?” Liz Garbus, Amy Hobby and Justin Wilkes
  • “Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom” Evgeny Afineevsky and Den Tolmor

Best documentary short subject / dokumentarischer Kurzfilm

  • “Body Team 12” David Darg and Bryn Mooser
  • “Chau, beyond the Lines” Courtney Marsh and Jerry Franck
  • “Claude Lanzmann: Spectres of the Shoah” Adam Benzine
  • “A Girl in the River: The Price of Forgiveness” Sharmeen Obaid-Chinoy
  • “Last Day of Freedom” Dee Hibbert-Jones and Nomi Talisman

Achievement in film editing / Schnitt

  • “The Big Short” Hank Corwin
  • “Mad Max: Fury Road” Margaret Sixel
  • “The Revenant” Stephen Mirrione
  • “Spotlight” Tom McArdle
  • “Star Wars: The Force Awakens” Maryann Brandon and Mary Jo Markey

Best foreign language film of the year / ausländischer Film

  • “Embrace of the Serpent” Colombia
  • “Mustang” France
  • “Son of Saul” Hungary
  • “Theeb” Jordan
  • “A War” Denmark

Achievement in makeup and hairstyling

  • “Mad Max: Fury Road” Lesley Vanderwalt, Elka Wardega and Damian Martin
  • “The 100-Year-Old Man Who Climbed out the Window and Disappeared” Love Larson and Eva von Bahr
  • “The Revenant” Siân Grigg, Duncan Jarman and Robert Pandini

Achievement in music written for motion pictures (Original score)

  • “Bridge of Spies” Thomas Newman
  • “Carol” Carter Burwell
  • “The Hateful Eight” Ennio Morricone
  • “Sicario” Jóhann Jóhannsson
  • “Star Wars: The Force Awakens” John Williams

Achievement in music written for motion pictures (Original song)

  • “Earned It” from “Fifty Shades of Grey”
    Music and Lyric by Abel Tesfaye, Ahmad Balshe, Jason Daheala Quenneville and Stephan Moccio
  • “Manta Ray” from “Racing Extinction”
    Music by J. Ralph and Lyric by Antony Hegarty
  • “Simple Song #3” from “Youth”
    Music and Lyric by David Lang
  • “Til It Happens To You” from “The Hunting Ground”
    Music and Lyric by Diane Warren and Lady Gaga
  • “Writing’s On The Wall” from “Spectre”
    Music and Lyric by Jimmy Napes and Sam Smith

Best motion picture of the year / bester Film

  • “The Big Short” Brad Pitt, Dede Gardner and Jeremy Kleiner, Producers
  • “Bridge of Spies” Steven Spielberg, Marc Platt and Kristie Macosko Krieger, Producers
  • “Brooklyn” Finola Dwyer and Amanda Posey, Producers
  • “Mad Max: Fury Road” Doug Mitchell and George Miller, Producers
  • “The Martian” Simon Kinberg, Ridley Scott, Michael Schaefer and Mark Huffam, Producers
  • “The Revenant” Arnon Milchan, Steve Golin, Alejandro G. Iñárritu, Mary Parent and Keith Redmon, Producers
  • “Room” Ed Guiney, Producer
  • “Spotlight” Michael Sugar, Steve Golin, Nicole Rocklin and Blye Pagon Faust, Producers

Achievement in production design

  • “Bridge of Spies” Production Design: Adam Stockhausen; Set Decoration: Rena DeAngelo and Bernhard Henrich
  • “The Danish Girl” Production Design: Eve Stewart; Set Decoration: Michael Standish
  • “Mad Max: Fury Road” Production Design: Colin Gibson; Set Decoration: Lisa Thompson
  • “The Martian” Production Design: Arthur Max; Set Decoration: Celia Bobak
  • “The Revenant” Production Design: Jack Fisk; Set Decoration: Hamish Purdy

Best animated short film

  • “Bear Story” Gabriel Osorio and Pato Escala
  • “Prologue” Richard Williams and Imogen Sutton
  • “Sanjay’s Super Team” Sanjay Patel and Nicole Grindle
  • “We Can’t Live without Cosmos” Konstantin Bronzit
  • “World of Tomorrow” Don Hertzfeldt

Best live action short film

  • “Ave Maria” Basil Khalil and Eric Dupont
  • “Day One” Henry Hughes
  • “Everything Will Be Okay (Alles Wird Gut)” Patrick Vollrath
  • “Shok” Jamie Donoughue
  • “Stutterer” Benjamin Cleary and Serena Armitage

Achievement in sound editing

  • “Mad Max: Fury Road” Mark Mangini and David White
  • “The Martian” Oliver Tarney
  • “The Revenant” Martin Hernandez and Lon Bender
  • “Sicario” Alan Robert Murray
  • “Star Wars: The Force Awakens” Matthew Wood and David Acord

Achievement in sound mixing

  • “Bridge of Spies” Andy Nelson, Gary Rydstrom and Drew Kunin
  • “Mad Max: Fury Road” Chris Jenkins, Gregg Rudloff and Ben Osmo
  • “The Martian” Paul Massey, Mark Taylor and Mac Ruth
  • “The Revenant” Jon Taylor, Frank A. Montaño, Randy Thom and Chris Duesterdiek
  • “Star Wars: The Force Awakens” Andy Nelson, Christopher Scarabosio and Stuart Wilson

Achievement in visual effects

  • “Ex Machina” Andrew Whitehurst, Paul Norris, Mark Ardington and Sara Bennett
  • “Mad Max: Fury Road” Andrew Jackson, Tom Wood, Dan Oliver and Andy Williams
  • “The Martian” Richard Stammers, Anders Langlands, Chris Lawrence and Steven Warner
  • “The Revenant” Rich McBride, Matthew Shumway, Jason Smith and Cameron Waldbauer
  • “Star Wars: The Force Awakens” Roger Guyett, Patrick Tubach, Neal Scanlan and Chris Corbould

Adapted screenplay / adaptiertes Drehbuch

  • “The Big Short” Screenplay by Charles Randolph and Adam McKay
  • “Brooklyn” Screenplay by Nick Hornby
  • “Carol” Screenplay by Phyllis Nagy
  • “The Martian” Screenplay by Drew Goddard
  • “Room” Screenplay by Emma Donoghue

Original screenplay / Original-Drehbuch

  • “Bridge of Spies” Written by Matt Charman and Ethan Coen & Joel Coen
  • “Ex Machina” Written by Alex Garland
  • “Inside Out” Screenplay by Pete Docter, Meg LeFauve, Josh Cooley; Original story by Pete Docter, Ronnie del Carmen
  • “Spotlight” Written by Josh Singer & Tom McCarthy
  • “Straight Outta Compton” Screenplay by Jonathan Herman and Andrea Berloff; Story by S. Leigh Savidge & Alan Wenkus and Andrea Berloff

Welche Nominierung hat euch besonders überrascht? Oder wurde ein Film gänzlich vergessen? Lasst uns lästern. Schreibt mir einfach!

 

Lest dazu auch „Academy startet Promo-Kampagne“.

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PULP FICTION – So geht Kult

beste filme

Ist es wirklich so einfach, einen Kultfilm zu schaffen? Man nehme zwei Ganoven, eine coole Gangsterbraut und einen abgehalfterten Boxer. Drei Geschichten, ein Film. Dazu kommen ein gut gemischter Soundtrack und jede Menge belanglose Dialoge – und fertig ist „Pulp Fiction“ (1994).

Kaum zu glauben, dass Quentin Tarantinos Meisterwerk nun schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hat. Dabei hat am Anfang kaum jemand an den Erfolg des Films geglaubt. In ganz Hollywood hatte Tarantino das Drehbuch herumgereicht, nur einer griff zu: Harvey Weinstein. Die Spürnase des Miramax-Gründers hatte sich nicht getäuscht. Der Film wurde ein Hit und Regisseur und Autor Quentin Tarantino ein Star.

„Misirlou“

Schon der Anfang ist kultig. Die spießige Idylle eines amerikanischen Diners wird durch einen Überfall zerstört. Pumpkin und Honeybunny nennen sich die verliebten Kleinkriminellen, die die Gäste des Restaurants mit ihren Waffen bedrohen. Dann Schnitt – die Titelmusik setzt ein: „Misirlou“, (später zweckentfremdet als Erkennungsmeldodie der deutschen Schmuddelshow „Peep“). Wenn das nicht cool ist.

Was dann folgt, sind drei Episoden. Der Clou: Sie sind lose miteinander verwoben und werden ineinander verzwickt und in nicht chronologischer Reihenfolge erzählt.
1. Die Gangster Vincent (John Travolta) und Jules (Samuel L. Jackson) erschießen zufällig ihr gekidnapptes Opfer. Um die Schweinerei in ihrem Auto zu beseitigen, engagieren sie einen Profi – Mr. Wolf (Harvey Keitel).
2. Vincent soll Mia (Uma Thurman), die Frau seines Bosses, ausführen. Nachdem die beiden einen Twistwettbewerb (eine Tanzszene, die in die Filmgeschichte eingegangen ist) gewonnen haben, stirbt Mia fast an einer Überdosis. Nur eine Spritze ins Herz kann sie retten.
3. Boxer Butch wird von Gangsterboss Marsellus (Ving Rhames) unter Druck gesetzt. Er soll seinen nächsten Kampf verlieren. Butch aber gewinnt. Auf der Flucht gerät er an zwei sadistische Perverse. Butch entkommt. Zurück in seiner Wohnung trifft er auf Vincent, der ihn ausschalten soll. Der sitzt aber gerade auf der Toilette und wird von Butch erschossen.

Zum Ende schließt sich der Kreis: Die Handlung springt zurück zu dem Überfall in dem Restaurant. Unter den Gästen befinden sich auch Jules und Vincent. Jules gerät mit Pumpkin aneinander, weil er ihm seinen ominösen Koffer nicht aushändigen will. Obwohl er könnte, erschießt Jules den Räuber nicht und lässt ihn ziehen.

Quarterpounder mit Käse

Das alles ist ziemlich blutig und ziemlich gewalttätig. Doch nicht nur die Gangster in „Pulp Fiction“ sind zum Schießen, sondern auch die inzwischen legendären Dialoge. Da geht es um Quarterpounder mit Käse, Fußmassagen, Pilotfilme und Serien, eine ganz besondere Taschenuhr – und sogar die Bibel wird  zitiert. Es ist Quentin Tarantinos große Stärke, seinen Protagonisten Nebensächlichkeiten in den Mund zu legen und sie dabei trotzdem extrem cool wirken zu lassen. Völlig zu Recht wurde er mit dem Oscar für das beste Drehbuch ausgezeichnet (obwohl noch immer nicht geklärt ist, wie viel Co-Autor Roger Avary zum Erfolg beigetragen hat). Ganz nebenbei sorgte Tarantino für das Comeback des längst abgeschriebenen John Travolta und gab den Karrieren von Samuel L. Jackson und Uma Thurman eine völlig neue Richtung.

Quentin Tarantino erwies sich nicht als Eintagsfliege. Nach seinem Erfolg mit „Pulp Fiction“ legte er u.a. mit „Jackie Brown“, „Kill Bill“„Inglourious Basterds“ und „Django Unchained“ nach. Mit Spannung erwartet die Filmwelt nun seinen neuesten Streich „The Hateful Eight“.

Ihr kennt einen viel besseren Film? Ich bin neugierig. Schreibt ihn mir, und ich nehme ihn mit in meine Liste auf. Und über ein „gefällt mir“ freue ich mich auch 😉

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120 Jahre Kino – Happy Birthday

Die wenigsten können von sich behaupten, am 28. Dezember 1895 in Paris gewesen zu sein. Genauer gesagt im Salon Indien des Grand Cafés. Was also haben wir verpasst? Die Brüder Louis Jean und Auguste Lumiere hatten das Lokal am Boulevard des Capucines angemietet, um ihre Erfindung, den Cinematographen, und einige selbstgedrehte Filme vor einem zahlenden Publikum zu präsentieren. Das Ticket kostete einen Franc. Diese Vorstellung vor genau 120 Jahren ist nicht nur als  erste öffentliche Filmvorführung Frankreichs in die Geschichte eingegangen, sondern vor allem als Geburtsstunde des Kinos.

Poster_Cinematographe_Lumiere[1]

Poster Cinematographe Lumiere.  Foto: gemeinfrei

Von der Laterna Magica zu den laufenden Bildern

Es war nicht das erste Mal, dass die Brüder Lumiere ihren Cinematographen zeigten. So hatten sie ihre vielversprechende Apparatur bereits Monate vorher während eines mehrtägigen Kongresses der französischen Fotografenvereinigung vorgestellt. Auch waren die Lumieres nicht die ersten, die Filme vorführten. Tatsächlich arbeiteten in jenen Tagen Wissenschaftler in aller Welt parallel an einer Möglichkeit, die Bilder laufen zu lassen.

Ausgangspunkt war die Laterna Magica im 17. Jahrhundert, mit der man Bilder an eine Wand projizieren konnte, und die Erfindung der Fotografie um 1826. Stroboskop, Stereoskop und Panoptikum folgten und wurde im 19. Jahrhundert zu Jahrmarkt-Attraktionen.

Die ersten bewegten Bilder gelangen dem Briten Eadweard Muybridge mit seinen Serienfotografien eines galoppierenden Pferdes. In den USA stellte Thomas Alva Edison im Jahr 1891 seinen Aufzeichnungsapparat Kinetograph und sein Projektionsgerät Kinetoskop vor. Am 1. November 1895 präsentierten die Brüder Skladanowsky mit ihrem Bioskop neun Kurzfilme im Rahmen eines Varieté-Programms im Berliner Wintergarten. Dennoch war es die Erfindung der Brüder Lumiere, die sich letztlich durchsetzen sollte.

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Louis Jean und August Lumiere.  Foto: gemeinfrei

Louis Jean und Auguste Lumiere hatten einen Apparat entwickelt, der Aufnahme-, Kopier- und Abspielgerät in einem war – zu dem Zeitpunkt ein einmaliger Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Dazu kam, dass die Fabrikantensöhne nicht nur über reichlich Geld, sondern auch über Kontakte in die Wirtschaftsbranche verfügten, die ihnen ermöglichten, ihr Patent zu vermarkten.

Die Geburtsstunde des Kinos

Gerade einmal 33 Neugierige wohnten der ersten öffentlichen Vorstellung der Lumieres am 28. Dezember 1895 bei. Gezeigt wurden zehn Filme, darunter „Der begossene Gärtner“ (L’Arroseur arrosé) und die inzwischen legendäre „Ankunft eines Zuges im Bahnhof La Ciotat“ ( L’arrivée d’un train en gare La Ciotat). Keiner der Filme war länger als ein paar Minuten. Sie bildeten die Realität ab, dokumentierten alltägliche Ereignisse. Doch das Publikum war begeistert. Die neue Attraktion sprach sich in Paris herum. Schon bald waren die Sitzplätze im Salon Indien des Grand Cafés heiß begehrt. Nicht nur in Frankreich wollten die Menschen die bewegten Fotografien der Lumieres sehen. Der Cinematographe eroberte die Welt.  Und der Rest ist Geschichte – Kinogeschichte.

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Beliebtester Weihnachtsfilm: And the winner is …

Welcher Film lässt eure Herzen in der Weihnachtszeit höher schlagen? Ihr habt entschieden. Neun Filme standen zur Auswahl (mehr dazu hier), und zum Ende hin wurde es noch einmal richtig spannend. Tagelang lag ein Film deutlich in Führung, wurde dann aber auf den letzten Metern eingeholt. Deshalb teilen sich zwei Filme das Siegertreppchen: „Tatsächlich … Liebe“ und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Beide erreichten jeweils 24 Prozent der Stimmen. Mit 18 Prozent hat sich „Der kleine Lord“ den zweiten Platz erkämpft. Bronze geht an den Klassiker „Wir sind keine Engel“ (12 Prozent). Hat euch dieses Ergebnis überrascht?

auswertung

Weihnachtsfilme versüßen die Adventszeit. Foto: Ivonne Sielaff

Etwas abgeschlagen dahinter liegen „Ist das Leben nicht schön?“, „Charles Dickens Weihnachtsgeschichte“, „Der Grinch“ und „Eine schöne Bescherung“. Schlusslicht ist „Stirb langsam“. Bruce Willis erhielt von euch keine einzige Stimme. Ich frag mich warum. Dabei haben der Letztplatzierte und „Tatsächlich … Liebe“ sogar eine Gemeinsamkeit. In beiden Filmen ist der britische Schauspieler Alan Rickman zu sehen. Einmal als Terrorist und einmal als Familienvater, der in Versuchung gerät. Ihr seid eben doch alle Romantiker 🙂

Bleibt noch offen, für welchen Film ich gestimmt habe. Für meinen Favoriten sprechen gleich drei sehr gute Gründe: Humphrey Bogart, Peter Ustinov und Aldo Ray als Schwerverbrecher mit Herz. „Wir sind keine Engel“ ist mein liebster Weihnachtsfilm.

Danke für eure Stimmen und  Kommentare. Franziska-t weist auf „Vier Könige“ hin, „der beste Anti-Weihnachtsfilm, den ich kenne“, schreibt sie (ihre Rezension auf Filmkompass). Für Maik gehören „Der Polarexpress“ und „Kevin allein zu Haus“ zum Fest dazu. „Vom Spaßfaktor kommt man an den Griswolds eh nicht vorbei, wobei Bill Murray in der Weihnachtsgeschichte auch echt lustig ist, ich sag nur ‚Tackern Sie das Geweih einfach an!'“, schreibt Maik. Sein Favorit ist „Der kleine Lord“. Verena ergänzt noch „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und „Die zwölf Monate“.

Weihnachtsfilme versüßen uns zwar die Adventszeit. Aber wenn ich euch einen Tipp geben darf: Verliert nicht aus den Augen, was wirklich zählt. Genießt die gemeinsame Zeit mit euren Lieben. Sie ist kostbarer als alle Weihnachfilme und Geschenke auf der Welt. Frohes Fest!

Übrigens: Eine schöne Übersicht über alle Weihnachtsfilme bietet Martin Böhnisch auf seiner Website.

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