120 Jahre Kino – Happy Birthday

Die wenigsten können von sich behaupten, am 28. Dezember 1895 in Paris gewesen zu sein. Genauer gesagt im Salon Indien des Grand Cafés. Was also haben wir verpasst? Die Brüder Louis Jean und Auguste Lumiere hatten das Lokal am Boulevard des Capucines angemietet, um ihre Erfindung, den Cinematographen, und einige selbstgedrehte Filme vor einem zahlenden Publikum zu präsentieren. Das Ticket kostete einen Franc. Diese Vorstellung vor genau 120 Jahren ist nicht nur als  erste öffentliche Filmvorführung Frankreichs in die Geschichte eingegangen, sondern vor allem als Geburtsstunde des Kinos.

Poster_Cinematographe_Lumiere[1]

Poster Cinematographe Lumiere.  Foto: gemeinfrei

Von der Laterna Magica zu den laufenden Bildern

Es war nicht das erste Mal, dass die Brüder Lumiere ihren Cinematographen zeigten. So hatten sie ihre vielversprechende Apparatur bereits Monate vorher während eines mehrtägigen Kongresses der französischen Fotografenvereinigung vorgestellt. Auch waren die Lumieres nicht die ersten, die Filme vorführten. Tatsächlich arbeiteten in jenen Tagen Wissenschaftler in aller Welt parallel an einer Möglichkeit, die Bilder laufen zu lassen.

Ausgangspunkt war die Laterna Magica im 17. Jahrhundert, mit der man Bilder an eine Wand projizieren konnte, und die Erfindung der Fotografie um 1826. Stroboskop, Stereoskop und Panoptikum folgten und wurde im 19. Jahrhundert zu Jahrmarkt-Attraktionen.

Die ersten bewegten Bilder gelangen dem Briten Eadweard Muybridge mit seinen Serienfotografien eines galoppierenden Pferdes. In den USA stellte Thomas Alva Edison im Jahr 1891 seinen Aufzeichnungsapparat Kinetograph und sein Projektionsgerät Kinetoskop vor. Am 1. November 1895 präsentierten die Brüder Skladanowsky mit ihrem Bioskop neun Kurzfilme im Rahmen eines Varieté-Programms im Berliner Wintergarten. Dennoch war es die Erfindung der Brüder Lumiere, die sich letztlich durchsetzen sollte.

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Louis Jean und August Lumiere.  Foto: gemeinfrei

Louis Jean und Auguste Lumiere hatten einen Apparat entwickelt, der Aufnahme-, Kopier- und Abspielgerät in einem war – zu dem Zeitpunkt ein einmaliger Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Dazu kam, dass die Fabrikantensöhne nicht nur über reichlich Geld, sondern auch über Kontakte in die Wirtschaftsbranche verfügten, die ihnen ermöglichten, ihr Patent zu vermarkten.

Die Geburtsstunde des Kinos

Gerade einmal 33 Neugierige wohnten der ersten öffentlichen Vorstellung der Lumieres am 28. Dezember 1895 bei. Gezeigt wurden zehn Filme, darunter „Der begossene Gärtner“ (L’Arroseur arrosé) und die inzwischen legendäre „Ankunft eines Zuges im Bahnhof La Ciotat“ ( L’arrivée d’un train en gare La Ciotat). Keiner der Filme war länger als ein paar Minuten. Sie bildeten die Realität ab, dokumentierten alltägliche Ereignisse. Doch das Publikum war begeistert. Die neue Attraktion sprach sich in Paris herum. Schon bald waren die Sitzplätze im Salon Indien des Grand Cafés heiß begehrt. Nicht nur in Frankreich wollten die Menschen die bewegten Fotografien der Lumieres sehen. Der Cinematographe eroberte die Welt.  Und der Rest ist Geschichte – Kinogeschichte.

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