Stimmt ab! Der schönste Weihnachtsfilm

Ho, ho, ho! Alle Jahre wieder zwängt sich der weißbärtige Alte im roten Mantel durch den Kamin. Ob wir einen haben oder nicht. Mit im Gepäck hat er nicht nur etliche Geschenke, sondern jedes Mal auch eine Fülle an Weihnachtsfilmen, um uns die Adventszeit zu versüßen.

Stimmt ab! Welches sind eure Lieblingsweihnachtsfilme? Herzige Komödien, Märchen oder doch eher das allweihnachtliche Kontrastprogramm? Ich habe einige Filme für euch zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen.

„Ist das Leben nicht schön?“ (USA, 1946)

Zitat: „Immer wenn ein Glöckchen klingelt, bekommt ein Engel seine Flügel.“
George Bailey (James Stewart) ist ein guter Kerl, doch den Familienvater hat der Lebensmut verlassen. Ausgerechnet am Weihnachtsabend beschließt er, sich umzubringen. Er hat seine Rechnung aber ohne den zweitklassigen Engel Clarence gemacht, der ihn zu retten versucht. Clarence zeigt dem Verzweifelten, wie es seiner Familie und seinen Freunde ergangen wäre, hätte es ihn nicht gegeben. George muss erkennen, dass sein Leben durchaus einen Sinn hat und dass es sich lohnt weiterzuleben. Pünktlich zum Weihnachtsfest kehrt er zu seiner Familie zurück. Engel Clarence wird für seinen Einsatz befördert und erhält seine langersehnten Flügel.

„Wir sind keine Engel“ (USA, 1955)

Zitat: „Am liebsten sind mir ja die Mörder, die sind immer so höflich.“
Kurz vor Weihnachten flüchten drei Schwerverbrecher (Humphrey Bogart, Peter Ustinov, Aldo Ray) aus dem Gefängnis. Sie nisten sich bei Familie Ducotel ein. Die arglosen Gastgeber stecken in Schwierigkeiten. Sie haben Geldsorgen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, ist Tochter Isabelle auch noch unglücklich verliebt. Angesteckt vom Zauber der Weihnacht und von der Freundlichkeit der Familie Ducotel beschließen die drei Sträflinge zu helfen … auf ihre Weise. Welche Rolle die Giftschlange Adolf dabei spielt und warum das Trio am Ende freiwillig ins Gefängnis zurückkehrt, sei hier nicht verraten. Es soll Leute geben, die den Film noch nicht gesehen haben.

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (CSSR, DDR, 1973)

Zitat: „Guck mal, guck mal … äh … Hoheit.“
Ohne diesen Film gibt es keine Bescherung. Dabei handelt es sich bei „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ nicht mal um einen klassischen Weihnachtsfilm – eher um einen Winterfilm. Macht aber nichts. Denn auch nach über 40 Jahren fasziniert dieses Märchen die Menschen. Aschenbrödel (Libuse Safrankova) ist alles andere als ein Mäuschen, das darauf wartet von einem Prinzen erobert zu werden. Sie reitet, klettert jagt – und sie hat drei Zaubernüsse, die ihr in der passenden Gelegenheit den perfekten Auftritt verschaffen. Als Jäger, als tanzende Prinzessin und schließlich als Braut. Kein Wunder, dass sie dem Prinzen nicht mehr aus dem Kopf geht. Uns auch nicht.

weihnachtenKeine Weihnacht ohne Weihnachtsfilme im TV. Foto: Ivonne Sielaff

„Der kleine Lord“ (GB, 1980)

Zitat: „Jeder Mensch sollte mit seinem Leben die Welt ein ganz klein wenig besser machen.“
Dieser Film gehört zu Weihnachten wie Gans und Geschenke. Wem geht nicht das Herz auf, wenn der kleine Ceddie (Ricky Schroder) und sein verbitterter Großvater (Alec Guinness) zueinanderfinden. Dabei sieht es zu Beginn gar nicht nach einem Happy End aus. Ceddie soll seine Heimat Amerika verlassen, um mit seinem Großvater in England zu leben. Dieser ist Earl und Griesgram zugleich und möchte den Jungen zum Aristokraten formen. Der  Blondschopf erobert aber nicht nur die Herzen seiner zukünftigen Pächter, sondern beweist seinen Großvater, dass Güte und Nächstenliebe den wahren Herrscher ausmachen. Ein Märchen eben.

Eine Weihnachtsgeschichte (GB, USA, 1984)

Zitat: „Humbug“ – was sonst?
Unzählige Male ist Charles Dickens‘ Erzählung „Ein Weihnachtslied in Prosa“ bisher verfilmt worden – mit den Muppets, als Trickfilm, aufgepeppt mit Bill Murray, animiert mit Jim Carrey. Die Version von 1984 ist mir immer noch die liebste, kommt sie doch dem unaufdringlichen Zauber von Dickens‘ Geschichte am nächsten. Ebenezer Scrooge hasst Weihnachten. Wohltätigkeit ist für den Geizhals ein Fremdwort. In der Nacht vor Weihnachten erscheinen ihm drei Geister, die ihm die vergangenen, die gegenwärtigen und die noch kommenden Weihnachten zeigen. Am Ende dieser Reise findet sich Scrooge vor einem Grab wieder – seinem eigenen. Niemand trauert um ihn. Er ist einsam gestorben. Durch die Erlebnisse dieser Nacht geläutert, wird Scrooge zu einem Menschen, der Weihnachten in seinem Herzen bewahrt – in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.

„Stirb langsam“ (USA, 1988)

Zitat: „Yippeahee, Schweinebacke!“
Überrascht? Natürlich ist „Stirb langsam“ ein Weihnachtsfilm – wenn auch einer der etwas anderen Art. Der New Yorker Polizist John McClane (Bruce Willis) fährt nach Los Angeles, um mit seiner Frau Heiligabend zu verbringen. Wie der Zufall will, wird die Weihnachtsfeier in einem Bürogebäude von Terroristen gestürmt, die die Angestellten als Geiseln nehmen. Nur gut, dass Bruce Willis in der Nähe ist, um wieder einmal die Welt zu retten. Warum er dies im zerfetzten, blutgetränkten Unterhemd tut, bleibt ein Rätsel.

„Schöne Bescherung“ (USA, 1989)

Zitat: „Ich sehe die Erhabenheit eines klaren Wintermorgens und einen Penner im Bademantel, der seine chemische Toilette in meiner Klärgrube entsorgt.“
Was kann zu Weihnachten alles schief gehen? Clark Griswold (Chevy Chase) zeigt es uns. Der Familienvater will nichts weiter als ein schönes Weihnachtsfest mit seinen Lieben, einen Christbaum und einen Festtagsbraten. Wenn nur die bucklige Verwandtschaft nicht wäre, die dafür sorgt, dass die Katze gegrillt wird, der Baum abfackelt und am Ende das halbe Haus in die Luft fliegt. Gar nicht leicht, dabei den Überblick zu behalten, zumal Clark ein viel größeres Problem plagt: Die Weihnachtsbeleuchtung will nicht funktionieren.

„Der Grinch“ (USA, 2000)

Zitat: „Ist Weihnachten doch nicht bloß Essen und Schenken? Vielleicht ist Weihnachten mehr, das muss ich wohl denken.“
„Every Who down in Whoville liked Christmas a lot… But the Grinch, who lived just north of Whoville, did NOT!“ So beginnt Dr. Seuss‘ Geschichte „How the Grinch stole Christmas“. Im Jahr 2000 schlüpfte Grimassengesicht  Jim Carrey in die Haut des kleinen grünen Monsters, das sich ausgestoßen fühlt und sich deshalb in den Bergen zurückgezogen hat. Zu Weihnachten will er sich an den Whos in Whoville rächen. Er stiehlt ihnen Geschenke, Braten und Baum, um ihnen das Fest zu vermiesen. Doch Weihnachten ist viel mehr, das muss am Ende auch der Grinch erkennen.

„Tatsächlich … Liebe“ (GB, USA, 2003)

Zitat: „Kinder, kauft keine Drogen… Werdet Popstar, dann bekommt ihr sie umsonst!“
Zehn Liebesgeschichten – geschickt miteinander verwoben. Das ist „Tatsächlich … Liebe“. Der trauernde Witwer, der seinem Stiefsohn beim ersten Liebeskummer beisteht, der Trauzeuge, der in der Braut seines besten Freundes verliebt ist, der Familienvater, der sich von seiner Sekretärin verführen lässt, der alternde Rockstar, der seinen letzten großen Hit landen will, der neue Premierminister, der sich in seine Kantinenchefin verguckt …  „Tatsächlich … Liebe“ ist Romantik pur. Und wenn ich vorher nicht in Weihnachtsstimmung war, nach diesem Film bin ich es.

Fehlt ein Film in meiner Aufzählung? Und welches Zitat sollte nicht unerwähnt bleiben? Wenn euch noch was einfällt, hinterlasst bitte einen Kommentar. Die Auflösung folgt in ein paar Tagen. Dann erfahrt ihr auch, welcher mein liebster Weihnachtsfilm ist.

Übrigens: Eine schöne Übersicht über Weihnachtsfilme bietet Martin Böhnisch auf seiner Website.

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MACBETH – Ein Mord und seine Folgen

Sie sind das fieseste Schurkenpaar der Film- und Theatergeschichte. Sie lernen selbst Bonnie und Clyde das Fürchten: Macbeth und seine Lady.

Angestachelt von seiner Frau ersticht Macbeth König Duncan. Der Grund: Drei Hexen haben ihm prophezeit, dass er eines Tages selbst König von Schottland wird. Mit der Bluttat will er das Ganze beschleunigen. Macbeth wird tatsächlich zum König gekrönt, aber anstatt seinen Aufstieg zu genießen, wandelt er sich vom tapferen Heeresführer zum mordenden Tyrannen.

Macbeth

Das Ehepaar Macbeth (Michael Fassbender und Marion Cotillard). Foto: StudioCanal Deutschland

Ein Mord und seine Folgen: Etliche Filmemacher haben sich in der Vergangenheit an „Macbeth“ – William Shakespeares kürzestem Drama – versucht, darunter große Namen wie Orson Welles (mehr über Orson Welles hier), Akira Kurosawa und Roman Polanski. Warum also einen Stoff, der bereits auf jede erdenkliche Weise interpretiert wurde, erneut auf die Leinwand bringen? Ganz einfach: Um dem Publikum eine andere Sichtweise zu ermöglichen. Aber wie?

Macbeth in Trauer

Den Prozenten der neuen „Macbeth“-Verfilmung sind zwei Glücksgriffe gelungen. Sie haben Regisseur Justin Kurzel und Schauspieler Michael Fassbender ins Boot geholt. Mit einigen feinen dramaturgischen Kniffen zeigt Kurzel das kaltblütige  Paar von einer neuen Seite. So tragen die Macbeths zu Beginn – ganz anders als in Shakespeares Vorlage – ihr verstorbenes Kind zu Grabe. Macbeth kann seiner Gattin nicht beistehen in ihrer tiefen Trauer. Er muss für König Duncan in die Schlacht ziehen, um Schottland gegen die Norweger zu verteidigen. Monate gehen ins Land. Die Grausamkeit des Krieges und der Verlust seiner Kameraden setzen Macbeth zu. Er ist müde, depressiv, des Kämpfens überdrüssig. Mitten in einer Schlacht erscheinen ihm drei Frauen, verheißen ihm etwas Gutes. Wie real sind diese Seherinnen? Sind sie tatsächlich dort, oder sind sie eine Ausgeburt seiner Fantasie, eine Halluzination seines vernebelten Verstandes? Mit diesen Gedanken spielt Regisseur Justin Kurzel und verleiht dem angestaubten Plot damit etwas ganz Aktuelles.

Macbeth

Macbeth (Michael Fassbender). Foto: StudioCanal Deutschland

Fassbender und Cotillard in Bestform

Wie viele Soldaten nach ihrem Kriegseinsatz leidet auch Macbeth an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Interessant. Und sicherlich eine Herausforderung für Hauptdarsteller Michael Fassbender. Der Ire mit deutschen Wurzeln scheint inzwischen darauf abonniert zu sein, unbequeme Charaktere zu verkörpern. Nach dem Sexsüchtigen  in „Shame“ (2011), dem besessenen Sklavenhalter in „12 years a slave“ (2013) und zuletzt dem umstrittenen Apple-Mastermind „Steve Jobs“ (2015) nun also Macbeth. Fassbender stellt diese Figur nicht einfach nur dar, er inhaliert sie und atmet sie wieder aus. Er schreit, wütet, blutet, schwitzt, verzweifelt, meuchelt und heult – er spielt nicht, er ist Macbeth.

Macbeth

Lady Macbeth (Marion Cotillard). Foto: StudioCanal Deutschland

Marion Cotillard als Lady Macbeth ist zunächst etwas befremdlich. Eine Französin als schottische Furie in einem Shakespeare-Drama? Aber auch Cotillard ist in Höchstform. Ihre Lady Macbeth ist kein machthungriges kaltes Biest, dem jedes Mittel Recht ist, um sein Ziel zu erreichen. Zwar ist sie es, die Macbeth zum Mord treibt. Zugleich droht sie jedoch im Kummer um ihr totes Kind und ihren entfremdeten Gatten zu versinken. Diesen seelischen Spagat meistert Marion Cotillard mit zarter Sensibilität. Menschlich und zutiefst verstörend.

Shakespeare reloaded

Justin Kurzels „Macbeth“ ist ein Film, der beeindrucken möchte . Schlachten, in denen das Blut nur so spitzt, die Landschaften schroff, karg, unnahbar – spiegeln sie doch die Gemütsverfassung der Protagonisten wider. Dazu Shakespeares wunderschöne Sprache und ein Soundtrack, der markerschütternd ist. Kurzel gibt dem Zuschauer Zeit, lässt seine Bilder lange wirken, wodurch sich diese Eindrücke noch verstärken. Dennoch muss man sich auf den Film, die ungewohnt langsame Erzählweise und die Sprache einlassen. Schwere Kost – nach einem langen Arbeitstag ist „Macbeth“ deshalb nicht zu empfehlen. Wer kurzweiliges Actionkino erwartet, ist ebenfalls fehl am Platz. Wer aber ausgeruht und aufgeschlossen ist und ein Faible für super Schauspieler, tolle Landschaftsaufnahmen und  Shakespeare in neuem Gewand hat, wird diesen Film nicht so schnell  vergessen.

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„Macbeth“ (2015), 113 Minuten
Darsteller: Michael Fassbender, Marion Cotillard, Paddy Considine, Sean Harris, Jack Reynor, Elizabeth Debicki, David Thewlis

Regie: Justin Kurzel
Produzenten: Iain Canning, Emile Sherman, Laura Hastings-Smith
Drehbuch: Jacob Koskoff, Michael Lesslie, Todd Louiso
Kamera: Adam Arkapaw
Schnitt: Chris Dickens
Musik: Jed Kurzel

James Bond: Warum „Spectre“ viel besser ist, als alle sagen

Langweilig, langatmig, schlichtweg zu lang – und nach „Skyfall“ (2012) eine Enttäuschung. Viele Kritiker lassen kein gutes Haar an „Spectre“, dem neuesten James-Bond-Film.

Habe ich etwa einen anderen Film im Kino gesehen? Mich hat „Spectre“ so sehr gefesselt, dass ich mein Knabberzeug in 148 Minuten kein einziges Mal angerührt habe.

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Offizielles Poster „Spectre“. Foto: Sony Pictures

Vom arroganten Heißsporn über den verbitterten Rächer zum alternden Agenten mit Kindheitstrauma – so haben wir Daniel Craig bei seinen ersten drei Einsätzen als James Bond erlebt. „Skyfall“, der dritte Film der Craig-Reihe, war ein Höhepunkt. Unbestritten. Warum? Weil modernes Action-Kino mit Bond-Nostalgie verwoben wurde. Das fing mit Adeles Titelsong an und setzte sich beim Einsatz des klassischen Aston Martins und der Wiederbelebung von Miss Moneypenny (Naomie Harris) und Quartiersmanager „Q“ (Ben Whishaw) fort.

Auch Bonds Flucht zum Haus seiner Eltern symbolisiert eine Art Rückbesinnung auf vergangene Zeiten. Dass das Haus in den schottischen Highlands nur noch eine Ruine ist und schließlich in die Luft gesprengt wird, steht für ein Innehalten, einen fulminanten Schlusspunkt. Gleichzeitig auch ein Wendepunkt?

Neuanfang nach „Skyfall“?

Nach „Skyfall“ hatten die Bond-Autoren  zwei Möglichkeiten. Erstens: Tatsächlich einen Neuanfang zu wagen – mit neuem Bond-Darsteller und neuem Konzept. Die Variante verpuffte von selbst. Schon vor drei Jahren sickerte durch, dass Daniel Craig für mindestens einen weiteren Film unterschrieben hatte. Zweitens: Die mit „Skyfall“ beschrittenen Pfade fortzusetzten, ohne den Vorgänger zu kopieren. Und so kam es auch.

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Spektakuläre Eröffnung: Regisseur Sam Mendes gibt seinem Star Daniel Craig Anweisungen. Foto: Sony Pictures

Auf den Spuren von „Spectre“

Die Handlung von „Spectre“ setzt da ein, wo „Skyfall“ aufgehört hat – kurz nach dem Tod von Bonds Vorgesetzter „M“ (Judi Dench). In einer letzten Videobotschaft fordert sie ihn auf, einen Mann namens Sciarra zu töten. James Bond ermittelt auf eigene Faust, findet den Schurken und schaltet ihn aus. Bei dessen Beerdigung lernt er nicht nur dessen betörende Witwe (Monica Bellucci) kennen, sondern kommt gleichzeitig der Verbrecherorganisation „Spectre“ auf die Spur. Diese wird von einem alten Bekannten geführt, Bonds Stiefbruder Franz Oberhauser (Christoph Waltz). Gemeinsam mit Madeleine (Lea Seydoux), der Tochter seines einstigen Feindes Mr. White, versucht Bond hinter das Geheimnis von Spectre zu kommen. Eine Jagd über mehrere Kontinente beginnt. Was bitte schön soll daran langweilig sein? Nicht eine einzige Sekunde!

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Schachmatt? James Bond (Daniel Craig) hat in „Spectre“ zu alter Form zurückgefunden. Foto: Sony Pictures

Schon die erste viertel Stunde von „Spectre“ ist atemberaubend. Tausende Menschen sind in Mexiko-Stadt auf den Straßen und feiern den Tag der Toten. Über ihren Köpfen versucht James Bond einen Terroristen zu überwältigen – in einem Hubschrauber, der bedrohlich tief über den Massen kreist. Das ist Nervenkitzel, das ist Spannung. Das ist Actionkino pur. Wie auch die Verfolgungsjagden durch die Straßen Roms, über die Themse und durch die Alpen – zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Während James Bond in „Skyfall“ körperlich und mental schwächelte, hat er in „Spectre“ zu alter Form zurückgefunden. So wie auch Daniel Craig. Er verleiht der in die Jahre gekommenen Figur nicht nur erneut Glaubwürdigkeit und Tiefe. Craig absolviert auch mit Mitte 40 die meisten Stunts selbst. Nur auf Nacktszenen wollte er diesmal verzichten. Gleichzeitig verblüfft er mit einer neuen Qualität: Humor. Ja, man darf lachen über den bisher eher staubtrockenen Agenten – etwa wenn sich James Bond im Zwiegespräch mit einer Maus befindet.

Bondgirl ohne Sexappeal?

Als Bondgirl wurde ihm Lea Seydoux zur Seite gestellt. Viel wurde über die französische Actrice gelästert. Ihr fehle es an Sexappeal, sie könne Kollegin Monica Bellucci nicht das Wasser reichen und, und, und. Alles Quatsch: Die Französin ist bildhübsch. Sie verkörpert die zuerst sehr spröde agierende Madeleine natürlich, verletzlich und kämpferisch zugleich. Nachdem Bond zuletzt nur brünette Gespielinnen verführen durfte, sorgt die Blondine für frischen Wind – und zwar nicht nur im Bett des Geheimagenten.

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Verbündete: Madeleine Swann (Lea Seydoux) und James Bond (Daniel Craig). Foto: Sony Pictures

Christoph Waltz überzeugt einmal mehr als kriminelles Mastermind. Sein Franz Oberhauser, so stellt sich heraus, steckt hinter allen privaten Krisen im Leben von James Bond: dem Tod seiner großen Liebe Vesper, dem Mord an „M“. Denn Oberhauser ist nicht nur ein einfacher Schurke, sondern ein Psychopath – zerfressen von Eifersucht und Hass auf seinen Stiefbruder. Leider wirkt Christoph Waltz nach seinen Auftritten in „Inglorious Basterds“ und „Django Unchained“ inzwischen so routiniert als feingeistiger und wortgewandter Bösewicht, dass er nicht mehr wirklich überrascht.

Daniel Craig vor Abschied?

Der Film endet, wie er angefangen hat: mit einer Verfolgungsjagd und einer Explosion – und mit der Erkenntnis, dass das Doppel-Null-Programm des britischen Geheimdiensts alles andere als antiquiert ist. Zwar sind digitale Überwachung, Drohnen und weltweite Vernetzung auf dem Vormarsch, dennoch gehören Agenten wie James Bond noch lange nicht zum alten Eisen. Die Fans der Filmreihe wird’s sicherlich freuen.

Und was erwartet uns als nächstes? Mit „Spectre“ hätte Daniel Craig den perfekten Abgang als James Bond gehabt. Mit seiner Geliebten im Arm verschwindet er im Londoner Nebel – um nach vier Einsätzen Platz zu machen für einen neuen Bond? Wer weiß. Über kurz oder lang wird sich der Nebel verflüchtigen. Wer dann mit der Pistole in der Hand heraustritt, ist derzeit Hollywoods bestgehütetes Geheimnis. Wir warten mit angehaltenem Atem 🙂

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„Spectre“ (2015), 148 Minuten
Darsteller: Daniel Craig, Christoph Waltz, Lea Seydoux, Ralph Fiennes, Ben Whishaw, Naomie Harris, Dave Batista, Monica Bellucci, Andrew Scott, Rory Kinnear, Jesper Christensen, Stephanie Sigman
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: John Logan, Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth
Produktion: Michael G. Wilson, Barbara Broccoli
Musik: Thomas Newman, Titelsong: Sam Smith
Kamera: Hoyte van Hoytema
Schnitt: Lee Smith

Warum der Wetterbericht spannender ist als „The Royals“

Engländer reden am liebsten über das Wetter – und über die königliche Familie, heißt es so schön. Jetzt haben unsere Freunde von der Insel ein weiteres Thema für den Smalltalk zur Teatime: die TV-Serie „The Royals“ (Pro7 strahlt derzeit die erste Staffel aus, mittwochs 20.15 Uhr). Erfunden haben’s nicht etwa die Briten selbst, sondern die Amerikaner von E!, einem Sender, der sonst eher durch gepflegten Trash wie „Keeping up with the Kardashians“ auffällt.

Was wohl Queen Elisabeth zu dieser Perle der Fernsehunterhaltung sagt? Wahrscheinlich ist sie not amused. Vielleicht aber amüsiert sie sich auch königlich über die schablonenhaften Charaktere, die hanebüchene Handlung und die teils geschmacklosen Seitenhiebe auf die reale royale Familie.

Thronfolger tot

Zum Inhalt: Ein Schock für das britische Königshaus. Thronfolger Robert kommt bei einer Militärübung ums Leben. Plötzlich klettert Bruder und Partyprinz Liam eine Stufe auf der Thronleiter nach oben. Dieser Playboy soll England regieren? Oh my God! Dabei hat Liam viel Wichtigeres zu tun, bandelt er doch gerade mit der Tochter des königlichen Leibwächters an. Schwester Eleanor hat ebenfalls wenig übrig für die royalen Geschäfte. Sie schläft sich lieber ständig zugedröhnt durch fremde Betten. König Simon aber hat wirklich einen in der Krone. Er will die Monarchie abschaffen. Nur gut, dass Queen Helena die Fäden in der Hand hält. Für sie ist nämlich nicht nur wichtig, dass ihre Designerfummel kurz unterm Po enden, sondern auch dass das Bild der tugendhaften Königsfamilie in der Öffentlichkeit gewahrt bleibt. Gespielt wird die gestrenge Monarchin von Stilikone (und Schauspielerin) Liz Hurley. Die gab an, Lady Diana habe sie bei dieser Rolle inspiriert. My Goodness! Die Arme würde sich im Grabe umdrehen.

Als lose Vorlage für „The Royals“ diente übrigens eine Hamlet-Adaption von Michelle Ray, heißt es vom Sender. Ach wirklich? Man muss schon mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um die Anleihen bei Shakespeare nicht zu bemerken. Immerhin heißt die Gespielin des Prinzen Ophelia. Es braucht nun wahrlich keinen Hellseher, um zu erahnen, was die TV-Zuschauer in den kommenden Wochen erwartet. Der König wird durch einen Anschlag dahin gerafft. Die Königin verbündet sich mit dessen machthungrigem Bruder, welcher (Achtung Spoiler) hinter dem Mordkomplott steckt. Und der trauernde Prinz versucht, seinen verblichenen Vater zu rächen. Hamlet? Oder vielleicht doch eher „Denver Clan“? Sogar der Wetterbericht ist spannender als dieser gequirlte Mist. Er ist wenigstens nicht so vorhersehbar

Miese Quoten

Das sah das Fernsehpublikum in England und in Übersee ähnlich. Die Quoten der ersten Staffel blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Dennoch wurde bereits eine zweite Staffel produziert. Man weiß gar nicht, was man die Drehbuchschreibern mehr wünschen soll: eine Schreibblockade oder eine weitere Eingebung von Shakespeare. Bei ihm würden im fünften Akt nämlich alle Hauptfiguren tot auf den Brettern liegen. Und uns blieben weitere Folgen erspart – ganz nach der Devise „Der Rest ist Schweigen“.

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Orson Welles – schneller Aufstieg, tiefer Fall

In diesem Jahr wäre Orson Welles 100 Jahre alt geworden. Seine Karriere umfasst gut 70 Filme sowie unzählige Theater- und Rundfunkauftritte. In Erinnerung geblieben ist Welles vor allem mit einem Film – „Citizen Kane“ (1941). Wegen seiner innovativen Bildsprache und Erzählweise gilt der Schwarz-Weiß-Streifen heute unter Experten als bester Film aller Zeiten. Gleichzeitig markiert er den Wendepunkt im Leben von Orson Welles – nämlich den Fall vom gefeierten Genie zum Buhmann von Hollywood. Wie kam es dazu?

Schneller Aufstieg

Als Kind eines Erfinders und einer Pianistin in Kenosha (Wisconsin), USA, geboren, galt er schon in jungen Jahren als Wunderkind. Mit drei Jahren debütierte er als Kleindarsteller am Chicagoer Opernhaus, entwickelte schon bald sein musikalisches Talent am Klavier. Als Zehnjähriger veranstaltete Theateraufführungen und gab eine Zeitschrift heraus. Mit 16 Jahren, inzwischen Vollwaise, ging er nach Irland und heuerte als Schauspieler am Theater an. Nicht etwa, weil sein Herz für die Schauspielerei brannte, sondern weil er Geld brauchte. „Ich habe nur angefangen Theater zu spielen, um zu essen“, sagte er in einem Interview. „Erst später habe ich mich ins Theater verliebt.“

Sein Publikum wusste er schneller zu überzeugen. Der Teenager übernahm Charakterrollen, fing selbst an zu inszenieren. Zurück in den USA landete Welles beim Rundfunk, leitete gleichzeitig das Mercury Theater in New York. Mit dem Hörspiel „Krieg der Welten“ nach einem Roman von H.G. Wells gelang ihm 1938 der Durchbruch. Seine fiktive Live-Reportage über eine Invasion von Außerirdischen führte angeblich sogar zu einer Massenpanik. Hunderte besorgte Anrufe gingen in den Radiostationen ein. Welles musste sich öffentlich entschuldigen. Und plötzlich kannte jeder seinen Namen. Auch Hollywood wurde auf den 23-Jährigen aufmerksam. Er wurde mit Angeboten überhäuft. „Jeder würde sich so einen Vertrag wünschen“, so Welles später. „Regisseur, Produzent, Autor und Schauspieler in einer Person und dazu die absolute künstlerische Kontrolle.“

„Citizen Kane“ und der tiefe Fall

Mit Inbrunst stürzte er sich in sein erstes Spielfilmprojekt „Citizen Kane“ über den Aufstieg und Niedergang eines Mannes, der fast alles hat und wieder verliert. Über „Rosebud“, das letzte Wort eines Sterbenden, und den Versuch, dessen Bedeutung zu entschlüsseln. (Link zum Trailer) Orson Welles selbst spielte diesen Charles Foster Kane – vom enthusiastischen Jungspund bis zum desillusionierten alten Mann. Darüber hinaus war er am Drehbuch beteiligt, führte Regie und überwachte den Schnittprozess. Mit „Citizen Kane“ war Orson Welles ein Geniestreich gelungen. Mit seinen Kamerafahrten, den extremen Perspektiven, der Tiefenschärfe, der Montagetechnik und der daraus resultierenden verschachtelten Erzählweise revolutionierte er das Kino seiner Zeit. Dennoch wurde der Film damals vom Publikum ignoriert und von den Kritikern verrissen. Der Millionär und Verleger William Randolph Hearst hatte sich in der vom Ehrgeiz zerfressenen Hauptfigur wiedererkannt. Zwar gelang es ihm nicht, „Citizen Kane“ zu stoppen. Aber Hearst verhinderte, dass die großen Kinoketten den Film ins Programm nahmen.

Der Skandal sorgte für ein schnelles Ende von Welles Karriere in Hollywood. Nach mehreren Misserfolgen verlor er seinen Vertrag. Um eigene Filmprojekte finanzieren zu können, war er gezwungen, auch Rollen in minderwertigen Filmen anzunehmen. Viele seiner Projekte blieben unvollendet. Obwohl er besessen davon war, Publikum und Kritiker zu begeistern, ein Meisterwerk wie „Citizen Kane“ gelang ihm nie wieder.

Am 10. Oktober 1985 starb Orson Welles – der Zeichner, Magier, Stierkämpfer, Schauspieler, Regisseur, Herausgeber – das Multitalent. Auf seinem Schoss soll eine Schreibmaschine gestanden haben. Er schrieb an einem neuen Drehbuch, heißt es. Seine letzten Worte sind nicht überliefert.

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Der Tramp – eine Legende im Watschelgang

Nur wenige Minuten dauert der erste Auftritt von Charlie Chaplin als Tramp. In dem Stummfilm „Kid Auto Races at Venice“ (Link zum Film) erobert der kleine Landstreicher mit dem Schnurrbart und der Melone erst die Leinwand und dann ein Millionenpublikum. Warum er mich noch heute fasziniert, lest ihr hier.

Charlie Chaplin erfindet den Tramp

Es brauchte nur eine Melone, ein Schnurrbärtchen und ein wenig Theaterschminke, um eine Legende zu erschaffen. Vor über 100 Jahren hat Charlie Chaplin als Tramp die Leinwand erobert. „Kid Auto Races at Venice“ feierte am 7. Februar 1914 Premiere. Der erste Auftritt von Chaplins Alter Ego ist nur wenige Minuten lang. Der kleine Landstreicher ist Zuschauer bei einem Seifenkistenrennen. In dem für ihn später typischen Watschelgang gerät er immer wieder vor die Kameras der Reporter, bringt sie damit zur Verzweiflung.
In jener Zeit werden Filme wie am Fließband produziert – Stummfilmklamotten ohne Drehbuch, die Gags sind improvisiert. Dennoch ist „Kid Auto Races“ etwas Besonderes, legt der Film doch den Grundstein für Chaplins Weltruhm. In den Londoner Slums aufgewachsen, zieht es den jungen Chaplin schon früh ans Theater. Dank seines schauspielerischen Talents steigt er bald zum Hauptdarsteller auf. 1913 tourt er mit einer Theatergruppe durch die USA und wird von „Komödien-König“ Mack Sennett für den Film entdeckt. Für den 24-Jährigen geht ein Traum in Erfüllung.

„Ich verstand wenig vom Film“, schreibt Chaplin in „Die Geschichte meines Lebens“. „Aber eines wusste ich: Nichts war wichtiger als die Persönlichkeit.“ Die ersten Drehtage verlaufen enttäuschend für ihn, zu sehr unterscheidet sich die Arbeit beim Film vom Theaterspielen. Er ist verwirrt und unsicher. „Schmink dich irgendwie komisch“, habe Mack Sennett zu ihm gesagt. „Als ich auf dem Weg zur Requisitenkammer war, kam mir eine Idee“, erinnert sich Chaplin später. „Alles sollte einander widersprechen. Die Hose musste weit sein, die Jacke eng, der Hut klein, das Schuhwerk groß. Zunächst wusste ich noch nichts von dieser Figur. Aber als ich das Kostüm am Leib hatte, ließen mich die Kleider und Schminke fühlen, was das für ein Mensch war.“

Filmstar

Als Tramp avanciert Chaplin zum Publikumsliebling. Die Menschen mögen den gutmütigen kleinen Kerl, der sich nicht unterkriegen lässt und der Obrigkeit die Stirn bietet. Mit ihm können sie sich identifizieren. Er ist einer von ihnen. Ständig verlangen die Zuschauer nach neuen Abenteuern des kleinen Landstreichers, und Chaplin liefert sie ihnen am laufenden Band. Ob als Rollschuhfahrer, Vagabund, Feuerwehrmann oder Artist – Chaplin und sein Tramp feiern einen Erfolg nach dem nächsten. Die Studios reißen sich um den neuen Filmstar, überbieten einander mit Rekordgagen. Doch Chaplin geht es nicht nur um Geld, sondern vor allem um künstlerische Freiheit. Um dem Monopol der etablierten Studios entgegenzutreten, gründet er 1919 zusammen mit den Schauspielern Mary Pickford, Douglas Fairbanks und dem Regisseur D. W. Griffith den unabhängigen Filmverleih United Artists.

Chaplin wirkt nun nicht mehr nur als Schauspieler und Regisseur, sondern gleichzeitig auch als Produzent, Drehbuchautor, Cutter und Filmkomponist. Längst hat er sich von der einfach gestrickten Slapstick-Komödie verabschiedet, um Raum für sozialkritische Zwischentöne zu schaffen. Themen wie die Einwanderungspolitik der USA, das Leid von Waisenkindern und Benachteiligten rücken in den Mittelpunkt seiner Streifen. Als Filmemacher ist Chaplin gereift, bedient sich einer gefühlsbetonteren Erzählweise, bei der Tragik und Komik miteinander verschmelzen. „ The Immigrant“ (1917), „The Kid“ (1921) und „Lichter der Großstadt“ (1931) sind nur einige Beispiele dafür.

Modern Times

Ende der 1920er Jahre setzt sich der Tonfilm durch. Trotz seiner enormen Popularität sind die Tage des Tramps gezählt. Auch Chaplin spielt in dieser Zeit mit dem Gedanken, einen Tonfilm zu produzieren. „Es würde bedeuten, dass ich mich von der Rolle des Tramps ein für alle Mal lösen müsste“, schreibt er in seiner Autobiografie. „Es gab Leute, die vorschlugen, dass der Tramp sprechen solle. Das war undenkbar. Ich hatte mir überlegt, wie der Tramp sprechen könnte, ob ganz einsilbig oder vielleicht nur im Flüsterton, doch das half alles nichts. Wenn ich sprach, dann war ich ein Schauspieler wie jeder andere.“
Also dreht Chaplin einen weiteren, seinen letzten Stummfilm. In „Modern Times“ (1936) verzweifelt der Tramp an den Auswüchsen von Kapitalismus und Industrialisierung. Massenarbeitslosigkeit, Streiks, Verelendung – der kleine stumme Kerl findet keinen Platz in dieser lärmenden modernen Zeit. Am Ende des Filmes lässt Chaplin ihn deshalb ziehen. Er watschelt in den Sonnenuntergang – ein letztes Mal. Doch diesmal ist er nicht allein. Mit einem Mädchen im Arm verschwindet der Tramp von der Bildfläche. Für immer. In den Herzen seiner Fans lebt er bis heute. (Link zur Szene)

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Es werden Köpfe rollen

Ichabod Crane treibt auf sixx sein Unwesen. Und das in Serie (freitags, 20.15 Uhr). Es ist 2013: Der Soldat taucht in Sleepy Hollow auf. Ebenso wie ein mysteriöser kopfloser Reiter. Mysteriös auch deshalb, weil Ichabod ihn kurz vor seinem Ableben im Jahr 1781 (!) getötet hatte. Und es wird noch mysteriöser. Denn plötzlich geht ein meuchelnder Unbekannter in Sleepy Hollow um.
Wenn euch Story, Figuren und Ort vage bekannt vorkommen, liegt ihr richtig. Schon 1999 inszenierte Tim Burton die gruselige Mär vom wackeren Polizisten Ichabod (Johnny Depp) und dem Reiter. Als Vorlage diente damals wie heute eine Kurzgeschichte von Washington Irving. Zwar reicht die Serie nicht an Burtons düster-spleenige Gruselromanze heran. Die Drehbuchautoren haben der Handlung jedoch einige neue Aspekte abgewonnen, die für Gänsehaut sorgen. So wird Ichabod immer wieder von Visionen geplagt. Zudem findet er in einer jungen und ebenfalls medial veranlagten Polizistin eine Verbündete. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen den Kopflosen und seine Schar der apokalyptischen Reiter auf.
In Deutschland ist „Sleepy Hollow“ übrigens selbst so etwas wie ein Wiedergänger. ProSieben stellte die Serie 2014 wegen schlechter Quoten ein. Danach teilte sie das Schicksal vieler  in Ungnade gefallener Produktionen. Sie landete auf der Serien-Resterampe. Erst wurden die Folgen auf ProSieben Maxx ausgestrahlt. Momentan werden sie bei sixx wiederholt. Bei so viel mangelndem Urteilsvermögen sollten Köpfe rollen.

Bye bye Arschgeweih

Wer kennt das nicht: Nachts einen über den Durst getrunken, tierische Kopfschmerzen am Morgen und dazu ein Tattoo auf dem Gesäß, das dort vorher nicht war. Für solche und ähnliche Fälle gibt es nun Abhilfe. „Horror Tattoos – Deutschland, wir retten deine Haut“ läuft bereits in der zweiten Staffel auf dem Frauensender sixx (mittwochs, 23.05 Uhr) – und das fast unbemerkt von der Öffentlichkeit. Die Sendung vereint praktische Lebenshilfe mit höchster Tätowierkunst – wird denen weisgemacht, die beim Zappen zufällig hängenbleiben. Dabei ist die Art und Weise, in der die Kandidaten vorgeführt werden, peinlicher als die verhunzten Tattoos selbst. Diese präsentieren die Teilnehmer vor einer Jury aus professionellen Körperbemalern. Am Ende werden die drei hässlichsten Krakeleien gekürt und nicht etwa von den Experten entfernt. Nein, weit gefehlt: Die Meister der Nadel verwandeln das Arschgeweih in einen Michelangelo. Aus der Nixe mit Schrumpfkopf wird eine badende Venus und aus dem Strichmännchen mit drei Beinen der geliebte Familienhund. Bei so viel Blödsinn muss man sich augenreibend fragen: Deutschland – wer rettet deinen Verstand?

Ma-Gos Filmrätsel – Siegerehrung

Liebe Rätselfreunde,
wir haben es geschafft, haben gemeinsam die Februar-Runde vollbracht – mit einem zugegebenermaßen etwas sperrigen Thema – dem Sportfilm. Das Genre barg doch einige Tücken, weil sich die Plots mancher Filme sehr ähnelten, wie ich beim Formulieren der Fragen bemerkte. Doch ihr habt euch trotzdem super geschlagen, habt wirklich Sportsgeist bewiesen. Insgesamt 18 Filmfans haben teilgenommen. Das ist Weltrekord für mich. Das macht mich stolz.

Aber nun zur Auswertung:
Frage 1: Rocky
Frage 2: Die Indianer von Cleveland (Major League). Für alle, denen dieser bemerkenswerte Film nicht eingefallen ist – klickt mal den Link an. Und schon erklärt sich die Brillenschlange und das wilde Ding 🙂
Frage 3: Kick it like Beckham
Frage 4: BMX-Bande
Frage 5: Dodgeball – Voll auf die Nüsse
Frage 6: Wimbledon
Frage 7: Big Boy – Der aus dem Dschungel kam. Der Disney-Film lief früher oft im Fernsehen. Ich erinnere mich immer noch an den zahmen Tiger, der mit Cowboy-Hut im Publikum saß – deshalb gut behütet 🙂 Und die Hauptfigur heißt Nanu. War vielleicht etwas schwer.
Frage 8: Männer im Wasser. Noch so was Schweres, aber wie ich fand, recht treffend umschrieben: Eine Eishockey-Mannschaft ohne Trainingsmöglichkeit wendet sich dem Synchronschwimmen zu – sie sitzen also nicht mehr auf dem Trockenen, sondern im Schwimmbad (haha). An der Meisterschaft dürfen nur acht Männer pro Team teilnehmen. Aber sie sind zu neunt und treten auch gemeinsam an.
Frage 9: The Wrestler
Frage 10: Rush – heißes Duell? Ist eigentlich nicht lustig. Autsch!

Es folgt die große Siegerkür:

Platz 7 (1 Punkt): SeH3r, rina p., Stempelplatz, Uta A., Holly Short, Anonymus
Platz 6 (2 Punkte): Zacksmovie
Platz 5 (3 Punkte): Veronika Großmann
Platz 4 (4 Punkte): Madone77, Staffmann, filmlichter, Shalima Moon

Platz 3 (5 Punkte): Ma-Go, Isabelle Dupuis, Sandra

Platz 2 (8 Punkte): Morgen Luft – und das trotz Prüfungsstress 🙂 Kompliment

Platz 1 (10 Punkte): Maiki, FilmkritikenOD

Herzlichen Glückwunsch an Maiki und FilmkritikenOD. Ihr seid die Champions und dürft nun unter euch ausmachen, wer die Märzrunde übernimmt. Vielleicht teilt ihr euch ja rein. Ich stelle gern den Kontakt her, denn Maiki hat ja keinen Blog. Ich freue mich auf die nächste Runde.
Sport frei – eure Ivonne

Ma-Gos Filmrätsel – Februar (10/10) – hosted by ivonni21

Zehn Tage, zehn Fragen. Und schon sind wir am Ende angelangt. Danke schon mal fürs Mitmachen. Bis Sonnabend, 18 Uhr, habt ihr noch Zeit, die Fragen zu beantworten. Schaut noch einmal genau nach, ob ihr wirklich jedes Rätsel beantwortet habt. Kleiner Tipp: Jede Sportart kommt nur einmal vor. Also noch mal gucken und gegebenenfalls korrigieren. Am Sonntag folgt die Auflösung und die Siegerkür.

Frage 10: DDR-Bürger liefert sich mit Superheld ein heißes Duell.